Kürzel im Bericht verständlich erklärt

Medizinische Abkürzungen:V.a., Z.n., o.B. und Co. entschlüsselt

Ein Arztbrief steckt voller Kürzel: V.a., Z.n., o.B., i.v.. Diese Seite gibt Ihnen eine sortierte Liste der wichtigsten medizinischen Abkürzungen aus Arztbrief, Labor und Radiologie – mit Beispielen, wo sie im Bericht stehen und welche man leicht verwechselt.

Stand: August 2026

An Arztbriefen scheitert das Verstehen selten am Fachwort selbst, sondern an den Kürzeln davor und dahinter, die niemand ausschreibt.

Kurz erklärt: Medizinische Abkürzungen sind verkürzte Schreibweisen für Diagnosen, Untersuchungen, Medikamente und Befunde. Die häufigsten: V.a. = Verdacht auf, Z.n. = Zustand nach, o.B. = ohne Befund, i.v. = in die Vene. Sie sind praktisch, aber nicht überall gleich geregelt – darum liest man sie immer im Zusammenhang des Berichts (Stand August 2026).

Das Wichtigste in 30 Sekunden

Die wichtigsten Abkürzungen auf einen Blick

Statt langer Vorrede zuerst das, was die meisten suchen: eine sortierte Liste der Kürzel, die in Arztbriefen und Befunden am häufigsten auftauchen. Die Bedeutung steht in Alltagssprache daneben. Sie dient dem Nachschlagen – was ein Kürzel für Ihren Fall heisst, ordnet immer die Ärztin ein. Die Auswahl deckt die Kürzel ab, die in fast jedem Arztbrief vorkommen; speziellere Fachkürzel einzelner Disziplinen sind bewusst nicht dabei, damit die Liste übersichtlich bleibt.

V.a.Z.n.o.B.DDa.e.EDi.v.p.o.bds.RRAZEKG
AbkürzungAusgeschriebenIn Alltagssprache
Dg.Diagnosedie festgestellte Erkrankung
EDErstdiagnosewann etwas zum ersten Mal festgestellt wurde
V.a.Verdacht aufvermutet, aber noch nicht bewiesen
DDDifferenzialdiagnoseweitere mögliche Erklärungen, die zu prüfen sind
a.e.am ehestendie wahrscheinlichste Erklärung
Z.n. / St.n.Zustand / Status nachein bereits durchgemachtes Ereignis
o.B.ohne Befundunauffällig, nichts Krankhaftes gefunden
bds.beidseitsauf beiden Seiten
re. / li.rechts / linksSeitenangabe
AZAllgemeinzustandder gesamte körperliche Zustand
RRBlutdruck (nach Riva-Rocci)der gemessene Blutdruck
i.v.intravenösin die Vene gegeben
p.o.per osüber den Mund, als Tablette oder Saft
s.c.subkutanunter die Haut gespritzt
EKGElektrokardiogrammAufzeichnung der Herzstromkurve

Für die vielen Kürzel im Blutbild lohnt sich die Spezialseite Blutbild-Abkürzung verstehen. Geht es weniger um Kürzel als um ausgeschriebene Fachwörter, hilft Medizinische Fachbegriffe einfach.

Wo im Bericht welche Kürzel stehen

Abkürzungen verteilen sich nicht zufällig. Jeder Abschnitt eines Arztbriefs hat seine typischen Kürzel. Wer weiss, in welchem Teil er gerade liest, kann ein Kürzel oft schon aus dem Zusammenhang erraten.

Typische Kürzel je Berichtsabschnitt Diagnosen Dg., ED, V.a., DD, a.e., Z.n. Anamnese & Status AZ, EZ, RR, BZ, HF, bds. Befunde (Labor, Bild) o.B., Hb, CRP, CT, MRI, Rx Procedere / Therapie p.o., i.v., s.c., 1-0-1, Rp., tgl.
Jeder Abschnitt hat seine Kürzel: Diagnosen oben, Status und Befunde in der Mitte, die Therapie am Ende.

Ganz oben stehen die Diagnosen, oft nummeriert und gespickt mit V.a., Z.n. und DD. Im Status finden sich Zustandskürzel wie AZ und EZ, im Befundteil Labor- und Bildkürzel, und ganz am Schluss, im Procedere, die Medikamentenwege p.o. und i.v. Wie ein solcher Bericht als Ganzes aufgebaut ist, zeigt Arztbrief übersetzen.

Gut zu wissen

Dieselbe Abkürzung kann im Diagnoseteil etwas anderes heissen als im Laborteil. «PT» ist im Verlauf oft Physiotherapie, im Labor ein Gerinnungswert. Der Abschnitt, in dem das Kürzel steht, gibt den entscheidenden Hinweis.

Warum Berichte überhaupt abkürzen

Warum kürzen Ärztinnen und Ärzte so viel ab? Ein Arztbrief muss schnell zu schreiben und für Fachpersonen schnell zu lesen sein. Kürzel sparen Zeit und Platz, und im Klinikalltag sind sie eine Art gemeinsame Kurzsprache. Für Fachleute ist «Z.n. OSG-Fraktur re., o.B. im Rö» in Sekunden erfasst.

Das Problem entsteht erst, wenn dieser Text bei Ihnen ankommt. Was für das Fachpersonal Tempo bedeutet, ist für Betroffene eine Mauer aus Buchstaben. Dazu kommt: Viele Kürzel sind Gewohnheit, nicht Vorschrift. Es gibt keine landesweit verbindliche Liste, die für alle Spitäler und Fachgebiete gleich gilt.

Ursprünglich stammen viele Kürzel aus dem Lateinischen, der alten Fachsprache der Medizin: «p.o.» von per os, «i.v.» von intra venam, «Rp.» von recipe für die Verordnung. Andere sind schlichte deutsche Verkürzungen wie «bds.» für beidseits. Diese Mischung erklärt, warum manche Kürzel logisch wirken und andere sich nur durch Nachschlagen erschliessen. Wichtig ist die Erkenntnis dahinter: Ein Kürzel ist nie ein eigenes Urteil, sondern nur eine platzsparende Schreibweise für etwas, das man auch ausschreiben könnte.

Aus der Praxis Wir sehen immer wieder, dass ein einzelnes falsch geratenes Kürzel den ganzen Satz kippt. Wer «Z.n.» als «vor der» statt «nach der» Operation liest, versteht die Vorgeschichte spiegelverkehrt. Bei den vier, fünf häufigsten Kürzeln lohnt sich das genaue Nachschauen besonders.

Kürzel nach Bereich sortiert

Neben den allgemeinen Kürzeln hat jeder Bereich seine eigenen. Die folgende Übersicht ordnet häufige Abkürzungen nach dem Ort, an dem sie meist auftauchen – so finden Sie schneller, was zu Ihrem Dokument passt.

BereichTypische KürzelKurz erklärt
LaborHb, Lc, Tc, CRP, Krea, BZHämoglobin, Leukozyten, Thrombozyten, Entzündungswert, Kreatinin, Blutzucker
RadiologieCT, MRI, Rx / Rö, US / SonoComputertomografie, Magnetresonanz, Röntgen, Ultraschall
DiagnosenDg., ED, V.a., DD, a.e.Diagnose, Erstdiagnose, Verdacht, Alternativen, wahrscheinlichste
Medikamentep.o., i.v., s.c., i.m., 1-0-1, tgl.Einnahmeweg und Dosierschema (morgens-mittags-abends)
StatusAZ, EZ, RR, HF, SpO₂Allgemein- und Ernährungszustand, Blutdruck, Puls, Sauerstoff
VorgeschichteZ.n., St.n., anamn.Zustand nach, anamnestisch (aus der Vorgeschichte)

Radiologiekürzel führen oft zu Rückfragen, weil hinter «CT» oder «MRI» ein ganzer Befund steckt. Was in einem Bildbericht steht, erklärt Radiologie-Befund; wie eine Diagnosezeile zu lesen ist, vertieft Diagnose verstehen.

Besonders die Medikamentenzeile lohnt einen genauen Blick, weil dort Weg und Dosierung zusammenkommen. «Metamizol 500 mg p.o. 1-0-1» heisst: ein Schmerzmittel, 500 Milligramm, über den Mund, morgens und abends je eine Einheit, mittags keine. Das Dosierschema mit den drei bis vier Zahlen liest sich immer von morgens nach abends – eine Null steht für eine ausgelassene Einnahme.

Typischer Fehler

Das Schema «1-0-1» wird manchmal als «eine Tablette, dann Pause, dann eine» über den Tag verteilt gelesen. Gemeint sind feste Tageszeiten: morgens 1, mittags 0, abends 1 – nicht ein Rhythmus in Stunden.

Ihr Bericht ist voller Kürzel?

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Häufig verwechselte Abkürzungen

Einige Kürzel sehen ähnlich aus oder bedeuten das Gegenteil dessen, was man vermutet. Die folgenden Paare sind die häufigsten Stolperstellen – hier lohnt sich ein zweiter Blick. Der Unterschied ist oft klein geschrieben, aber gross in der Bedeutung: Er entscheidet, ob etwas vermutet oder gesichert, aktuell oder vergangen ist.

Leicht verwechselte Kürzel im Vergleich V.a. = Verdacht auf noch nicht bewiesen, wird geprüft DD = Differenzialdiagnose weitere mögliche Erklärungen o.B. = ohne Befund Z.n. = Zustand nach bereits durchgemacht, Vorgeschichte a.e. = am ehesten die wahrscheinlichste Erklärung k.A. = keine Angabe
Links vermutet oder offen, rechts abgeschlossen oder festgelegt – die Bedeutung dreht sich, obwohl die Kürzel benachbart wirken.
Missverstanden

«Z.n. Myokardinfarkt» als «Verdacht auf einen Herzinfarkt jetzt» gelesen.

Richtig

«Zustand nach Herzinfarkt» heisst: Der Herzinfarkt liegt in der Vergangenheit und ist überstanden. Es ist ein Hinweis auf die Vorgeschichte, kein akutes Ereignis.

Typischer Fehler

«o.B.» wird manchmal als «ohne Bedeutung» missverstanden. Es heisst «ohne Befund» – die Untersuchung war unauffällig. Das ist meist eine Entwarnung, nicht ein «egal».

Wenn dieselbe Abkürzung mehrere Dinge heissen kann

Die unangenehmste Eigenschaft medizinischer Kürzel: Sie sind nicht geschützt. Dieselben drei Buchstaben können in der Kardiologie etwas anderes bedeuten als im Labor oder auf der Intensivstation. Wer ein Kürzel im Internet nachschlägt und die erstbeste Auflösung nimmt, liegt deshalb regelmässig daneben.

«PRC» als Beispiel: ein Kürzel, zwei Welten

«PRC» ist ein gutes Beispiel. Am häufigsten steht es für packed red cells, also für ein Erythrozytenkonzentrat – die Blutkonserve mit roten Blutkörperchen, die bei einer Transfusion gegeben wird. In einem Bericht nach einer Operation oder aus dem Spital ist meist genau das gemeint. In anderen Fachgebieten tragen dieselben Buchstaben aber andere Auflösungen, etwa im Zusammenhang mit Laborbestimmungen. Welche Bedeutung gilt, entscheidet nicht das Kürzel, sondern der Abschnitt, in dem es steht.

Woran Sie die richtige Auflösung erkennenBeispiel
In welchem Abschnitt steht das Kürzel?Unter «Therapie» oder «Verlauf» deutet PRC auf eine Transfusion, unter «Labor» auf einen Messwert.
Steht eine Einheit oder Menge dabei?«2 PRC» spricht für Konserven, ein Wert mit Einheit für eine Laborbestimmung.
Welche Fachrichtung hat den Bericht geschrieben?Chirurgie, Anästhesie und Intensivmedizin verwenden andere Kürzel als Endokrinologie oder Nephrologie.
Wird das Kürzel im selben Bericht einmal ausgeschrieben?Viele Berichte lösen ein Kürzel beim ersten Auftreten auf – meist ganz am Anfang.
Der ehrlichste Weg

Bei einem mehrdeutigen Kürzel ist Nachfragen kein Zeichen von Unwissen, sondern der schnellste Weg zur richtigen Antwort. Ein Satz genügt: «Auf Seite 2 steht PRC – wofür steht das in meinem Fall?» Die Praxis oder das Spital, das den Bericht geschrieben hat, kann das in Sekunden auflösen. Eine Liste im Internet kann es nicht.

Kürzel, die nur in eine Richtung zeigen, sind dagegen eindeutig: «St. n.» und «Z. n.» markieren immer Vergangenes. Bei Zahlenwerten mit Einheit hilft Laborwerte verstehen.

Eine Diagnosezeile komplett auflösen

Ein einziger Satz aus dem Diagnoseteil zeigt, wie dicht Kürzel stehen können – und wie klar er wird, sobald man sie auflöst. Das folgende Beispiel ist erfunden und anonymisiert.

So steht es im Bericht

«Dg. 1: St.n. distale Radiusfraktur re., ED 03/2026, konservativ; Rö o.B.»

Aufgelöst: Diagnose 1 ist ein Zustand nach einem Speichenbruch am rechten Handgelenk, erstmals im März 2026 festgestellt, ohne Operation behandelt. Die aktuelle Röntgenkontrolle ist ohne krankhaften Befund – der Bruch ist gut verheilt.

So steht es im Bericht

«RR 128/82 mmHg, HF 72/min, AZ gut, EZ normal, bds. o.B.»

Ein typischer Statusbefund: Blutdruck 128 zu 82, Puls 72 pro Minute, Allgemein- und Ernährungszustand gut, auf beiden Seiten unauffällig. Vier Kürzel, die zusammen sagen: bei der Untersuchung war alles im normalen Rahmen.

So steht es im Bericht

«V.a. Cholezystitis, DD Gastritis; Sono folgt»

Vermutet wird eine Gallenblasenentzündung (Verdacht auf), als weitere Möglichkeit steht eine Magenschleimhautentzündung im Raum (Differenzialdiagnose). Ein Ultraschall soll die Frage klären. Nichts davon ist bereits gesichert – es ist ein offener Arbeitsstand.

Beispiel aus der Praxis (anonymisiert)

In einem Entlassungsbericht steht: «Z.n. Pneumonie re. Unterlappen, a.e. bakteriell; AB p.o. 7 Tage; AZ gebessert, Entlassung nach Hause.» Für viele wirkt das bedrohlich.

Aufgelöst ist es beruhigend: Zustand nach einer Lungenentzündung im rechten Unterlappen, am ehesten durch Bakterien, mit Antibiotika über den Mund für 7 Tage behandelt. Der Allgemeinzustand hat sich gebessert, die Person konnte nach Hause. Aus einem Satz voller Kürzel wird eine überstandene, behandelte Erkrankung. Was hinter den einzelnen Werten steckt, hängt vom Bericht ab (Stand August 2026).

Vier Schritte, um ein Kürzel aufzulösen 1 Abschnitt bestimmenDiagnose, Status, Befund? 2 Kürzel isolierenPunkte helfen: V.a., Z.n. 3 Nachschlagenin der Liste oben 4 Im Satz prüfenpasst die Bedeutung?
Vier Schritte lösen fast jedes Kürzel auf – Abschnitt, Kürzel, Liste, Zusammenhang.

So gehen Sie mit unbekannten Kürzeln um

Nicht jedes Kürzel steht in jeder Liste, und Raten führt in die Irre. Ein paar einfache Regeln helfen, sich ein Dokument selbst zu erschliessen – und zu erkennen, wo Nachfragen sinnvoller ist als Weitersuchen.

Aus der Praxis Erfahrungsgemäss reicht es, die eigenen zwei bis drei Diagnosen und die Medikamentenzeile sauber aufzulösen. Der Rest des Berichts erklärt sich oft von selbst, sobald das Gerüst steht – und für den kleinen Rest gibt es das Gespräch.

Fachbegriffe sind ein Baukasten

Neben den Kürzeln steht in fast jedem Bericht die zweite Hürde: die ausgeschriebenen Fachwörter. Die gute Nachricht zuerst: Medizinische Fachwörter sind fast nie willkürlich. Sie setzen sich aus wenigen, wiederkehrenden Teilen zusammen – meist einer Vorsilbe, einem Wortstamm für einen Körperteil und einer Endung, die sagt, was mit ihm ist. Wer diese drei Positionen erkennt, liest einen Begriff wie einen kleinen Satz.

Ein Fachwort in drei Bausteinen Vorsilbe (hier keine) gastr- Magen -itis Entzündung Gastritis = Entzündung der Magenschleimhaut Wortstamm + Endung ergeben die Bedeutung.
Ein Fachwort gelesen wie ein Satz: Körperteil plus Endung ergibt die Bedeutung.

Dieses Prinzip zieht sich durch alle Fachgebiete. «Arthr-» steht für Gelenk, «kardi-» für Herz, «nephr-» für Niere, «derm-» für Haut. Kombiniert mit einer Endung entsteht sofort ein Begriff: Arthrose ist Gelenkabnützung, Nephritis eine Nierenentzündung.

Warum diese fremde Sprache überhaupt? Die Wurzeln stammen aus dem Griechischen und Lateinischen, den alten Sprachen der Wissenschaft. Ihr Vorteil ist Eindeutigkeit: «Nephritis» meint überall dasselbe, egal in welchem Land oder Fachgebiet. Für Fachpersonen ist das ein Gewinn an Präzision – für Laien zunächst eine Hürde. Genau diese Hürde nimmt der Baukasten, sobald man ihn kennt.

Gut zu wissen

Sie müssen nicht Latein lernen. Es genügt, eine Handvoll Endungen und ein paar Körperteil-Stämme zu erkennen. Damit erschliessen sich erstaunlich viele Begriffe – der Rest ergibt sich aus dem Zusammenhang.

Die wichtigsten Endungen

Die Endung eines Fachworts verrät oft schon, worum es geht. Sie ist der zuverlässigste Baustein, weil sie fast immer dasselbe bedeutet – anders als der Wortstamm, der von Fach zu Fach variiert. Diese sechs Endungen decken einen grossen Teil der Begriffe ab, die in Berichten vorkommen, und lohnen sich am meisten zu merken.

EndungBedeutetBeispiel
-itisEntzündungBronchitis – Entzündung der Bronchien
-osenicht entzündlicher Prozess, AbnützungArthrose – Gelenkabnützung
-omGeschwulst, GewebeneubildungLipom – gutartige Fettgeschwulst
-pathieErkrankung, LeidenNeuropathie – Nervenerkrankung
-ektomieoperatives EntfernenAppendektomie – Blinddarmentfernung
-skopieBetrachtung, SpiegelungGastroskopie – Magenspiegelung
So steht es im Bericht

«Koloskopie: Divertikulose des Sigmas, keine Entzündung.»

Eine Darmspiegelung («-skopie») zeigt Ausstülpungen der Darmwand («Divertikulose», mit «-ose» also nicht entzündlich) im unteren Dickdarm. Ausdrücklich keine Entzündung – die gefürchtete «Divertikulitis» liegt nicht vor.

So steht es im Bericht

«Z.n. Cholezystektomie, unauffällige Narbenverhältnisse.»

«-ektomie» heisst Entfernung, «Cholezyst» ist die Gallenblase: also Zustand nach Gallenblasenentfernung. Die Narbe ist unauffällig. Zwei Fachwörter, die zusammen eine überstandene Operation beschreiben.

Vorsilben: zu viel, zu wenig, wo

Vor dem Wortstamm sitzt oft eine Vorsilbe, die Menge oder Ort angibt. Zwei Paare tauchen besonders häufig auf und drehen die Bedeutung ins Gegenteil.

Vorsilben für Menge hyper- = zu viel, zu hoch Hypertonie = hoher Blutdruck hypo- = zu wenig, zu tief Hypotonie = tiefer Blutdruck a- / an- = ohne, fehlend Beispiel: Anämie = «ohne Blut», also Blutarmut
Zwei Buchstaben entscheiden die Richtung: hyper- zu viel, hypo- zu wenig, a- ganz ohne.

Diese Vorsilben sind mächtig, weil sie den ganzen Begriff kippen. Hyperthyreose ist eine Schilddrüsenüberfunktion, Hypothyreose die Unterfunktion – ein Buchstabe Unterschied im Wort, ein grosser in der Bedeutung. Andere häufige Vorsilben: «peri-» für herum, «intra-» für innerhalb, «sub-» für unter. So beschreibt «subkutan» etwas unter der Haut und «intraartikulär» etwas innerhalb eines Gelenks. Auch hier gilt: Ist die Vorsilbe einmal bekannt, überträgt sie sich auf jedes neue Wort, in dem sie vorkommt.

Aus der Praxis Wir sehen immer wieder, dass «hyper» und «hypo» verwechselt werden, weil sie sich so ähnlich lesen. Eine kleine Eselsbrücke hilft: Das «o» in hypo steht für «ohne genug». Schon diese eine Unterscheidung räumt viele Missverständnisse aus.

Lage und Richtung im Körper

Berichte müssen genau sagen, wo etwas ist. Dafür gibt es feste Lage-Wörter, die immer dasselbe bedeuten – egal, ob es um einen Knochen, ein Organ oder eine Wunde geht.

BegriffBedeutungMerkhilfe
proximalzur Körpermitte hinnah am Rumpf
distalvon der Körpermitte wegweiter aussen (Distanz)
ventralzur VorderseiteBauchseite
dorsalzur RückseiteRückenseite
lateralzur Seite hinaussen
medialzur Mitte hininnen

Ein Satz wie «Fraktur am distalen Radius» heisst damit: Bruch der Speiche nahe am Handgelenk, also am körperfernen Ende des Unterarmknochens. Solche Lage-Wörter machen einen Befund präzise, aber auch fremd. In der Radiologie tauchen sie besonders oft auf – wie ein Bildbefund insgesamt aufgebaut ist, zeigt Radiologie-Befund.

Typischer Irrtum

«Lateral» wird manchmal mit «links» verwechselt. Es heisst aber «zur Seite hin», nicht links. Die Seite selbst steht separat, meist als «re.» oder «li.» für rechts und links.

Diese Lage-Wörter sind so verlässlich, dass sie über den ganzen Körper gleich funktionieren. «Proximal» ist am Arm wie am Bein immer die körpernahe Seite, «distal» die körperferne. Einmal verstanden, muss man sie nie neu lernen – ein grosser Vorteil, weil sie in fast jedem chirurgischen und radiologischen Befund vorkommen. Wer sie beherrscht, liest Ortsangaben, die sonst wie eine Geheimschrift wirken, mühelos.

Gegensatzpaare, die den Text strukturieren

Viele Fachbegriffe kommen als Paar. Sie ordnen einen Befund in ein Entweder-oder ein und sind darum besonders wichtig zu kennen – oft entscheiden sie, wie ernst etwas gemeint ist.

Klingt gleich

«benigne» und «maligne» unterscheiden sich nur in wenigen Buchstaben.

Grosser Unterschied

«benigne» heisst gutartig, «maligne» bösartig. Ein Buchstabendreher, aber die wichtigste Unterscheidung überhaupt – hier lohnt der genaue Blick immer.

BegriffGegenstückBedeutung
akutchronischplötzlich / lange bestehend
benignemalignegutartig / bösartig
primärsekundärursprünglich / als Folge
akzentuiertregredientbetont / rückläufig
So steht es im Bericht

«Histologie: benigner Befund, kein Anhalt für Malignität.»

Die Gewebeuntersuchung zeigt einen gutartigen Befund, kein Hinweis auf Bösartigkeit. «Kein Anhalt für» ist die vorsichtige Art zu sagen: nichts, was auf etwas Bösartiges deutet. Meist eine deutliche Entwarnung.

Gerade diese Paare zeigen, warum einzelne Wörter nie isoliert gelesen werden sollten. «Kein Anhalt für Malignität» ist eine beruhigende Aussage, «Malignitätsverdacht» eine offene – dieselbe Wurzel, gegensätzliche Botschaft. Steht ein solcher Verdacht noch im Raum, erklärt Unklare Diagnose verstehen, wie es dann weitergeht. Der Kontext um das Wort herum entscheidet fast immer über seine Bedeutung.

Kleines Glossar häufiger Wortteile

Zum Nachschlagen: die Wortstämme, die in Berichten immer wieder auftauchen. Kombiniert mit den Endungen von oben erschliessen sie einen grossen Teil der Fachsprache. Ein Stamm plus eine Endung ergibt oft schon den ganzen Begriff – «hepat» plus «-itis» wird zu Hepatitis, der Leberentzündung, «neur» plus «-om» zum Neurom, einer Nervengeschwulst.

WortteilKörperteil / BedeutungBeispiel
kardi-HerzKardiologie
pulmo-Lungepulmonal
hepat-LeberHepatitis
nephr- / ren-NiereNephrologie, renal
gastr-MagenGastritis
oss- / osteo-Knochenossär, Osteoporose
derm-HautDermatitis
neur-NervNeurologie

Wer einen ganzen Satz statt einzelner Wörter übersetzt haben möchte, findet den grösseren Rahmen bei Befund verstehen und für die Diagnosezeile bei Diagnose verstehen. Dieses Glossar ist bewusst kurz gehalten: Es sammelt die Bausteine, die wirklich oft vorkommen, statt eine vollständige Wörterliste zu sein – denn ein paar sichere Bausteine bringen im Alltag mehr als hundert Begriffe, die man nie wieder braucht.

Aus der Praxis Erfahrungsgemäss reicht es, sich fünf bis sechs Endungen und ein paar Körperteil-Stämme zu merken. Damit sinkt die Zahl der wirklich unbekannten Wörter in einem Bericht oft von zwanzig auf zwei oder drei – und die schlägt man gezielt nach.

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Was erklärt wird

Bedeutung und Auflösung häufiger medizinischer Abkürzungen, wo im Bericht sie stehen, wie man sie nach Bereich sortiert und welche man leicht verwechselt – in Alltagssprache, mit anonymisierten Beispielen (Stand August 2026).

Was bewusst nicht angeboten wird

Keine Diagnose, keine Therapieempfehlung und keine Deutung, was die aufgelösten Begriffe für Ihre Gesundheit bedeuten. Das gehört zu Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Verantwortlich für den Inhalt: Betreiber gemäss Impressum. Zuletzt aktualisiert: August 2026.

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Weil Abkürzungen nicht überall gleich verwendet werden, kann dieselbe Auflösung im Einzelfall abweichen. Bei Unsicherheit oder Sorge zählt das Gespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Bei akuten Beschwerden wenden Sie sich direkt an eine medizinische Fachperson oder bei einem Notfall an den Notruf 144.

Häufige Fragen zu medizinischen Abkürzungen

Was bedeutet V.a. im Arztbrief?

V.a. steht für «Verdacht auf». Es kennzeichnet eine noch nicht gesicherte Diagnose, die durch weitere Untersuchungen bestätigt oder ausgeschlossen werden soll. «V.a. Pneumonie» heisst also: Eine Lungenentzündung wird vermutet, ist aber noch nicht bewiesen. Es ist bewusst eine Arbeitshypothese, keine feststehende Diagnose (Stand August 2026).

Was heisst Z.n. oder St.n. in einem Bericht?

Z.n. bedeutet «Zustand nach», St.n. «Status nach» – beide meinen dasselbe. Sie beschreiben ein Ereignis oder einen Eingriff, den Sie bereits hinter sich haben. «Z.n. Appendektomie» heisst: nach einer Blinddarmentfernung. Es ist ein Hinweis auf die Vorgeschichte, kein aktuelles Problem.

Was bedeutet o.B. in einem Befund?

o.B. steht für «ohne Befund» und ist meist eine gute Nachricht: Die Untersuchung hat nichts Auffälliges gezeigt. In einem Röntgen- oder Laborbericht heisst «o.B.», dass im untersuchten Bereich kein krankhafter Befund gefunden wurde. Es bedeutet nicht, dass gar nichts untersucht wurde.

Was bedeuten i.v., p.o. und s.c. bei Medikamenten?

Diese Kürzel geben den Verabreichungsweg an. i.v. heisst intravenös, also in die Vene, p.o. per os, das heisst über den Mund als Tablette oder Saft, und s.c. subkutan, also unter die Haut gespritzt. Sie sagen, wie ein Medikament in den Körper gelangt, nicht was es bewirkt.

Sind medizinische Abkürzungen überall gleich?

Nein. Viele Kürzel sind verbreitet, aber nicht streng genormt. Dieselbe Abkürzung kann je nach Fachgebiet oder Spital Verschiedenes heissen. «PT» kann etwa Physiotherapie oder einen Gerinnungswert meinen. Darum wird eine Abkürzung immer im Zusammenhang des Berichts gelesen, nie isoliert.

Ersetzt eine Abkürzungsliste die ärztliche Erklärung?

Nein. Eine Liste hilft, einzelne Kürzel aufzulösen, aber nicht, den ganzen Bericht richtig zu deuten. Was die aufgelösten Begriffe für Sie bedeuten, ordnet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt ein. Diese Seite unterstützt beim Lesen und Vorbereiten von Fragen, ersetzt aber keine ärztliche Beurteilung.

Wie sind medizinische Fachbegriffe aufgebaut?

Die meisten Fachwörter bestehen aus wenigen Bausteinen: einer Vorsilbe für Menge oder Ort, einem Wortstamm für einen Körperteil und einer Endung für das, was mit ihm ist. «Gastritis» ist zum Beispiel Magen plus Entzündung. Wer diese Teile erkennt, kann viele Begriffe selbst erschliessen (Stand August 2026).

Was bedeutet die Endung -itis?

Die Endung «-itis» steht immer für eine Entzündung. «Bronchitis» ist eine Entzündung der Bronchien, «Dermatitis» eine Hautentzündung, «Nephritis» eine Nierenentzündung. Wer diese Endung erkennt, weiss sofort, dass es um einen entzündlichen Prozess geht, und muss nur noch den Körperteil davor bestimmen.

Was heissen hyper- und hypo-?

Hyper- bedeutet zu viel oder zu hoch, hypo- zu wenig oder zu tief. «Hypertonie» ist hoher Blutdruck, «Hypotonie» tiefer Blutdruck, «Hyperthyreose» eine Schilddrüsenüberfunktion und «Hypothyreose» die Unterfunktion. Ein einziger Vokal entscheidet über die Richtung der Aussage.

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