Stand: September 2026
Geburtsprotokoll verständlich erklärt

Geburtsbericht verstehen: APGAR, pH und Geburtsverlauf erklärt.

Wochen nach der Geburt tauchen im Wochenbett-Ordner oder im Mutterschaftsdossier plötzlich Zahlen und Kürzel auf, die niemand erklärt hat: APGAR 9/10/10, Nabelschnur-pH 7,28, «Spontangeburt aus SL». Hier erfahren Sie, wie ein Geburtsbericht aufgebaut ist, was diese Angaben über Mutter und Kind sagen und wie arztbrief-verstehen.ch Ihnen hilft, Ihr eigenes Geburtsprotokoll in Ruhe zu verstehen.

Geburtsbericht mit APGAR-Werten, Nabelschnur-pH und Geburtsverlauf

Ein besonderer Tag und ein Dokument voller Fachchinesisch – viele Eltern verstehen ihren Geburtsbericht erst richtig, wenn die Aufregung längst vorbei ist.

Das Wichtigste in 30 Sekunden
Inhalt dieser Seite

Was ist ein Geburtsbericht?

Ein Geburtsbericht ist die schriftliche Dokumentation des gesamten Geburtsverlaufs. Andere Namen dafür sind Geburtsprotokoll, Partogramm (der grafische Teil) oder Geburtsdokumentation. Erstellt wird er im Spital oder Geburtshaus von Hebamme und ärztlichem Team gemeinsam. Er hält fest, wie die Schwangerschaft verlief, wie die Geburt ablief, auf welche Weise das Kind zur Welt kam und wie es Mutter und Kind unmittelbar danach ging.

Wie viele medizinische Dokumente ist der Bericht zuerst für das Fachpersonal geschrieben – für die Nachbetreuung, die Kinderärztin und spätere Schwangerschaften. Sie als Eltern erhalten ihn zur eigenen Dokumentation und stehen dann vor Kürzeln, die in der Aufregung des Tages nie erklärt wurden. Das ist der Grund, warum der Geburtsbericht oft erst Wochen später wirklich gelesen wird.

Phasen einer Geburt im Bericht Eröffnung Muttermund öffnet Austreibung Geburt des Kindes Nachgeburt Plazenta löst sich Erstversorgung APGAR, pH, Masse Jede Phase wird im Bericht dokumentiert
Der Bericht folgt dem natürlichen Ablauf: von der Eröffnungsphase bis zur Erstversorgung des Kindes mit APGAR, Nabelschnur-pH und Massen.

Zwei Berichte in einem: Mutter und Kind

Ein Geburtsbericht beschreibt zwei Personen zugleich. Der eine Teil betrifft die Mutter – Schwangerschaftsverlauf, Wehen, Geburtsmodus, Geburtsverletzungen und das frühe Wochenbett. Der andere Teil betrifft das Neugeborene – APGAR-Werte, Nabelschnur-pH, Geburtsgewicht, Länge, Kopfumfang und die erste Untersuchung.

Diese Doppelstruktur erklärt, warum so viele Zahlen auf engem Raum stehen. Wer beim Lesen kurz sortiert, ob eine Angabe die Mutter oder das Kind meint, findet sich sofort besser zurecht.

Teil Mutter

Schwangerschaftswoche, Wehenbeginn, Geburtsmodus, Dammriss oder Dammschnitt, Blutverlust, Plazenta, Wochenbett.

Teil Kind

APGAR nach 1/5/10 Minuten, Nabelschnur-pH, Geburtsgewicht, Länge, Kopfumfang, erste Neugeborenen-Untersuchung.

Warum ein Geburtsbericht oft schwer verständlich ist

Der Bericht entsteht mitten im Geschehen und in reiner Fachsprache. Abkürzungen wie SSW, SL, VE oder PDA sind für Hebammen und Ärztinnen selbstverständlich, für frischgebackene Eltern aber ein Rätsel.

Typisch im Geburtsbericht

Kürzel, Uhrzeiten, Punktwerte wie APGAR, Messwerte in Gramm und Zentimetern und lateinische Begriffe für Lage und Verlauf.

Typisch bei Eltern

Emotionale Erinnerung, Lücken im Ablauf und die Frage: War alles in Ordnung – und was bedeuten diese Zahlen eigentlich?

Wer den allgemeinen Aufbau eines medizinischen Befunds kennt, liest auch ein Geburtsprotokoll deutlich gelassener – weil die Grundordnung fast überall dieselbe ist.

Der Aufbau: So ist ein Geburtsbericht gegliedert

Auch wenn jedes Spital eine eigene Vorlage nutzt, folgt fast jeder Geburtsbericht derselben Reihenfolge – von der Vorgeschichte bis zum Zustand nach der Geburt.

Aufbau eines Geburtsberichts Anamnese & Schwangerschaft SSW, Verlauf, Vorgeschichte Geburtsverlauf Wehen, Phasen, Zeiten Geburtsmodus spontan, Vakuum, Sectio Zustand der Mutter Verletzungen, Blutverlust, Plazenta Zustand des Kindes APGAR, pH, Masse Nachsorge / Procedere Wochenbett, Kontrollen, Empfehlungen
Von oben nach unten: Der Bericht führt von der Schwangerschaft über die Geburt bis zur Nachsorge – die Teile für Mutter und Kind stehen dabei nebeneinander.

Anamnese und Geburtsverlauf

Zu Beginn stehen die Schwangerschaftswoche (SSW), die Vorgeschichte und der Verlauf der Schwangerschaft. Danach folgt der Geburtsverlauf mit Wehenbeginn, den einzelnen Phasen und den zugehörigen Uhrzeiten. Angaben wie «Gravida/Para» (kurz G/P) zählen, die wievielte Schwangerschaft und Geburt es war.

Geburtsmodus und Zustand der Mutter

Der Geburtsmodus beschreibt, auf welche Weise das Kind zur Welt kam. Dazu kommen Angaben zu Geburtsverletzungen wie einem Dammriss (in Graden) oder einem Dammschnitt (Episiotomie), zum Blutverlust und zur Plazenta.

Zustand des Kindes und Nachsorge

Für das Neugeborene stehen hier APGAR, Nabelschnur-pH und die Masse. Zum Schluss folgt die Nachsorge: Wochenbett, empfohlene Kontrollen und Hinweise für die Kinderärztin. Wie eine solche Übersicht nach einem Spitalaufenthalt aussieht, zeigt auch der Spitalbericht.

Häufige Begriffe und Abkürzungen im Geburtsbericht

Diese Kürzel tauchen in fast jedem Geburtsbericht auf. Die Tabelle ist eine Orientierung – die Bedeutung im Einzelfall ergibt sich immer aus dem ganzen Satz.

Abkürzung / BegriffAusgeschriebenWas gemeint ist
SSWSchwangerschaftswochez. B. «40 + 2» = 40 Wochen und 2 Tage
G / PGravida / ParaAnzahl Schwangerschaften / Geburten
SLSchädellageKind lag mit dem Kopf nach unten
BELBeckenendlageKind lag mit dem Gesäss nach unten
Sectio (SC)Sectio caesareaKaiserschnitt
VEVakuumextraktionGeburt mit Saugglocke
PDAPeriduralanästhesierückenmarksnahe Schmerzlinderung
EpisiotomieDammschnittgezielter Schnitt zur Erweiterung
APGARPunkteschemaZustand des Kindes nach der Geburt (0–10)
GG / KUGeburtsgewicht / KopfumfangMasse des Neugeborenen

Orientierungshilfe, Stand: September 2026. Kürzel und Schreibweise unterscheiden sich je nach Spital und Geburtshaus.

Beispiel

«Spontangeburt aus SL bei 40 + 1, G2 P2» heisst schlicht: natürliche Geburt, Kind mit dem Kopf voran, nach 40 vollendeten Schwangerschaftswochen und 1 Tag, zweite Schwangerschaft und zweite Geburt.

Geburtsmodus: spontan, Vakuum oder Sectio

Der Geburtsmodus ist eine der häufigsten Fragen beim Lesen. Er beschreibt sachlich, wie das Kind geboren wurde – und der Bericht nennt dazu meist den Grund. Keine dieser Formen ist «besser» oder «schlechter»; entscheidend ist, was für Mutter und Kind in der Situation richtig war.

Typischer Fehler

Viele lesen aus «sekundäre Sectio» ein Versagen heraus. Gemeint ist nur der Zeitpunkt – nach Beginn der Wehen oder dem Blasensprung statt vorher.

Aus der Praxis Der Geburtsmodus wird leicht als Bewertung gelesen – besonders nach einer ungeplanten Sectio. Im Bericht steht er neutral als medizinische Tatsache mit Begründung. Das Wort «sekundär» bedeutet nur «nach Beginn der Geburt», nicht «zweitklassig».

APGAR, Nabelschnur-pH und die Masse des Kindes

Für das Neugeborene stehen drei Angaben im Zentrum. Der APGAR-Wert, der Nabelschnur-pH und die Körpermasse. Sie werden immer zusammen und im Verlauf betrachtet, nicht einzeln.

Der APGAR-Wert

APGAR ist ein Punkteschema, das den Zustand des Kindes nach 1, 5 und 10 Minuten beschreibt – daher die drei Zahlen wie «9/10/10». Bewertet werden fünf Bereiche mit je 0 bis 2 Punkten. Ein tieferer erster Wert, der rasch ansteigt, kommt häufig vor, weil sich viele Kinder in den ersten Minuten erst umstellen. Wie die Werte Ihres Kindes einzuordnen sind, sagt Ihnen die Kinderärztin oder Hebamme.

APGAR-BuchstabeBereichWas beobachtet wird
A – AtmungAtemanstrengungkräftiges Schreien, regelmässige Atmung
P – PulsHerzfrequenzSchläge pro Minute
G – GrundtonusMuskelspannungaktive Bewegung der Gliedmassen
A – AussehenHautfarberosige Färbung
R – ReflexeReaktion auf ReizeNiesen, Husten, Abwehr
APGAR-Punkteskala APGAR: Summe aus fünf Bereichen (je 0–2 Punkte) 0–3 4–6 7–10 (üblich 9–10) Notiert als drei Werte, z. B. 9 / 10 / 10 = nach 1 Minute / nach 5 Minuten / nach 10 Minuten Ein tieferer erster Wert, der ansteigt, kommt häufig vor.
Der APGAR-Wert ist eine Momentaufnahme im Verlauf – die drei Zahlen zeigen, wie sich das Kind in den ersten Minuten entwickelt.

Nabelschnur-pH und Körpermasse

Der Nabelschnur-pH (oft Nabelarterien-pH) wird aus dem Nabelschnurblut gemessen und zeigt, wie gut das Kind während der Geburt mit Sauerstoff versorgt war. Werte über 7,20 gelten als unauffällig. Dazu kommen die Masse. Für reif geborene Kinder sind das grobe Richtwerte:

AngabeWas gemessen wirdTypischer Richtbereich (reif geboren)
Nabelschnur-pHSauerstoffversorgung unter der Geburtüber 7,20 unauffällig
GeburtsgewichtGewicht bei Geburtca. 2500–4000 g
LängeKörperlängeca. 48–54 cm
KopfumfangUmfang des Kopfesca. 33–37 cm

Richtwerte zur Orientierung, Stand: September 2026. Massgebend ist Ihr eigener Bericht samt fachlicher Einordnung.

Routine

«APGAR 9/10/10, pH 7,28, spontan, Mutter und Kind wohlauf» – ein unkomplizierter Verlauf.

Aufmerksam

Empfohlene Kontrolle beim Kind, ein markierter Wert, Hinweis auf Nachkontrolle im Wochenbett.

Sofort handeln

Bei neuen Beschwerden von Mutter oder Kind – dann Hebamme, Ärztin oder im Notfall 144.

Nabelschnurblut: die Zahl, die niemand erklärt

Zwischen den Zeilen zu Gewicht und Länge steht oft eine Zeile wie «NapH 7,28 / BE −4,2». Direkt nach der Geburt wird Blut aus der Nabelschnur entnommen und gemessen – das zeigt, wie gut Ihr Kind die letzten Minuten der Geburt verkraftet hat. Es ist eine Momentaufnahme des Übergangs, nicht eine Aussage über die Gesundheit des Kindes insgesamt.

Gemessen wird der Säuregrad des Blutes, der pH-Wert, und der Basenüberschuss (Base Excess, BE). Beide zusammen zeigen, ob das Kind während der Geburt zeitweise zu wenig Sauerstoff bekam. Nach einer anstrengenden Geburt sind leicht tiefere Werte häufig; was sie im Einzelfall bedeuten, beurteilt das Fachteam zusammen mit dem Zustand des Kindes.

Was im Bericht stehtWofür es steht
NapH, NA-pH, pH art.pH-Wert aus der Nabelschnurarterie – der aussagekräftigere der beiden Werte
NvpH, NV-pH, pH ven.pH-Wert aus der Nabelschnurvene – zeigt die Versorgung über den Mutterkuchen
BE, Base ExcessBasenüberschuss, meist als Minuswert angegeben; ergänzt den pH-Wert
AzidoseFachwort für eine Übersäuerung des Blutes

Ein Nabelschnur-pH ab etwa 7,20 gilt als unauffällig; tiefere Werte werden je nach Ausmass abgestuft beurteilt. Entscheidend ist dabei nie die Zahl allein: Sie wird zusammen mit dem APGAR-Wert, dem Geburtsverlauf und dem Zustand des Kindes nach der Geburt gelesen. Ein einzelner tieferer Wert bei einem Kind, dem es gut geht, hat eine andere Bedeutung als derselbe Wert bei einem Kind, das Unterstützung brauchte.

Warum die Werte überhaupt festgehalten werden

Die Messung dokumentiert den Zustand im Moment der Geburt – für die Kinderärztin, für spätere Kontrollen und als Teil der Geburtsdokumentation. Sie wird deshalb auch dann notiert, wenn alles unauffällig verlief.

Nicht zu verwechseln

Von der Messung zu unterscheiden ist die Einlagerung von Nabelschnurblut, bei der Blut für eine mögliche spätere Verwendung eingefroren wird. Das ist eine freiwillige Zusatzleistung und hat mit den Werten im Geburtsbericht nichts zu tun.

Wenn Sie Ihre Werte einordnen möchten, ist das Gespräch mit der Hebamme oder der Ärztin, die bei der Geburt dabei war, der richtige Weg – sie kennen den Verlauf, der zu diesen Zahlen geführt hat. Wie Zahlenwerte in medizinischen Dokumenten grundsätzlich zu lesen sind, zeigt Laborwerte verstehen.

Aus dem Bericht in Alltagssprache: typische Beispiele

Am schnellsten wird ein Geburtsbericht verständlich, wenn man einzelne Zeilen übersetzt. Drei typische Formulierungen und was sie bedeuten.

«Spontangeburt aus SL bei 40 + 2, DR I°, APGAR 9/10/10, NA-pH 7,26.»
Was das heisst

Natürliche Geburt, Kind mit dem Kopf voran, nach 40 vollendeten Schwangerschaftswochen und 2 Tagen. Ein Dammriss ersten Grades, die oberflächlichste Form. APGAR-Werte und Nabelschnur-pH lagen im üblichen Bereich.

«Sekundäre Sectio bei Geburtsstillstand, PDA, APGAR 8/9/10.»
Was das heisst

Ein Kaiserschnitt, der erst während der Geburt entschieden wurde, weil sie nicht weiter voranschritt. Mit rückenmarksnaher Schmerzlinderung. Der erste APGAR-Wert war etwas tiefer und stieg in den folgenden Minuten an.

«Postpartal atonische Nachblutung, Blutverlust ca. 700 ml, Kreislauf stabil.»
Was das heisst

Nach der Geburt hat sich die Gebärmutter kurz nicht genug zusammengezogen, dadurch ein stärkerer Blutverlust. Am Schluss steht: Der Kreislauf blieb stabil.

Vom Fachjargon zum Klartext

Derselbe Inhalt, einmal wie im Bericht und einmal so, wie man es einer Mutter im Wochenbett erklären würde:

Im Bericht

«Reif geborenes Neugeborenes, GG 3480 g, adaptiert unauffällig, APGAR 9/10/10, U1 o. B.»

In Alltagssprache

«Ihr Kind kam reif zur Welt, also nicht zu früh, wog 3480 Gramm, hat sich ohne Auffälligkeiten an das Leben ausserhalb des Bauches angepasst, und die erste Untersuchung war unauffällig.»

SL
Frau S. L., 33Geburtsbericht nach erster Geburt · konstruiertes Beispiel zu Erklärzwecken

Im Bericht: «VE aus SL bei 41 + 0 wegen pathologischem CTG, APGAR 8/9/9, NA-pH 7,19.»

Was Frau L. zuerst liest: «pathologisch», «7,19» knapp unter 7,20 – und sorgt sich, ob mit dem Kind etwas nicht stimmte.

Nach der Erklärung: Die Herztöne des Kindes wurden gegen Ende auffällig, deshalb half eine Saugglocke, die Geburt zügig zu beenden. Der pH lag nur knapp unter dem Richtwert, die APGAR-Werte stiegen an. Die endgültige Einordnung macht die Kinderärztin – die Erklärung hat die Kette der Ereignisse verständlich gemacht.

Häufige Missverständnisse beim Geburtsbericht

Weil der Bericht knapp und technisch ist, entstehen immer wieder dieselben Fehldeutungen.

So wird es oft missverstanden

  • Ein niedriger erster APGAR-Wert bedeutet einen dauerhaften Schaden.
  • Ein Kaiserschnitt heisst, «es ist etwas schiefgelaufen».
  • «Pathologisch» beim CTG bedeutet, das Kind war in Gefahr.
  • Ein Dammriss ersten Grades ist eine schwere Verletzung.

Was tatsächlich gemeint ist

  • Der erste Wert ist eine Momentaufnahme; der Anstieg zählt mehr.
  • Der Geburtsmodus ist eine neutrale Tatsache mit Begründung.
  • «Pathologisch» ist ein Signal zum Handeln, nicht ein fertiges Urteil.
  • Grad I° ist die leichteste, oberflächliche Form.

Dieselbe Grundhaltung – erst verstehen, dann einordnen – gilt für jeden medizinischen Befund.

Fragen, die Sie ins nächste Gespräch mitnehmen können

Ein verständlicher Geburtsbericht hilft im Gespräch mit Hebamme, Kinderärztin oder Frauenärztin – und bei der Planung einer nächsten Schwangerschaft.

Aus der Praxis Besonders wichtig wird der Geburtsbericht, wenn eine weitere Schwangerschaft ansteht. Dann helfen die genauen Angaben zum letzten Verlauf – und es lohnt sich, sie vorher in Ruhe zu verstehen, statt sie erst im nächsten Gespräch zu entziffern.

Geburtsbericht, Kosten und Versicherung in der Schweiz

Für Leistungen bei Mutterschaft gilt in der Schweiz eine wichtige Besonderheit: Bei den vorgesehenen Untersuchungen und der Geburt entfallen Franchise und Selbstbehalt. Die Grundversicherung nach KVG übernimmt die Mutterschaftsleistungen – von den Kontrollen in der Schwangerschaft bis zur Geburt und zur Nachbetreuung – ohne Kostenbeteiligung im festgelegten Rahmen.

Den Geburtsbericht erhalten Sie im Spital oder Geburtshaus; Sie haben das Recht auf eine Kopie. Für eine verständliche Erklärung genügt der medizinische Teil – Namen und persönliche Angaben können Sie vorher schwärzen. Führt die Geburt oder das Wochenbett zu einem längeren Aufenthalt, folgt oft ein zusätzlicher Austrittsbericht. Weitere Werte aus dem Labor erklärt die Seite Laborwerte verstehen.

Gut zu wissen

Anders als sonst üblich fallen bei Mutterschaftsleistungen keine Franchise und kein Selbstbehalt an – im gesetzlich festgelegten Rahmen der Grundversicherung.

Warum Sie Ihren Geburtsbericht hier erklären lassen

Diese Seite erklärt Geburtsberichte allgemein. Was Sie zusätzlich brauchen, ist die Auflösung genau Ihres Berichts – mit Ihren Werten, Ihrem Geburtsverlauf und den Angaben zu Ihrem Kind.

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Kein Ersatz für ärztliche oder hebammliche Betreuung

Keine Diagnose, keine Bewertung des Verlaufs – die Beurteilung bleibt bei den Fachpersonen.

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Erklärung mit Fragen fürs Gespräch als Datei.

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Für wen diese Erklärung gedacht ist – und für wen nicht

Das Angebot richtet sich an Eltern, die ihren Geburtsbericht in Ruhe nachvollziehen möchten – die Mutter selbst ebenso wie Partnerinnen und Partner, die den Ablauf verstehen wollen. Erklärt werden Fachbegriffe, Abkürzungen, Werte und der Verlauf in klarer Alltagssprache.

Bewusst nicht angeboten werden Diagnosen, eine Bewertung der Geburt oder eine Beurteilung, ob alles «richtig» gemacht wurde. Die fachliche Autorität liegt bei den zitierten Grundlagen und den betreuenden Fachpersonen: APGAR und Nabelschnur-pH folgen etablierten geburtshilflichen Standards, die Kostenfrage richtet sich nach dem KVG und seinen Mutterschaftsleistungen. Wir prüfen keinen Bericht auf Richtigkeit – wir machen ihn lesbar. Der Nutzen liegt im besseren Verstehen und in einem vorbereiteten Gespräch.

Inhalt verantwortet von arztbrief-verstehen.ch gemäss Impressum · zuletzt aktualisiert im Oktober 2026.

Offizielle Stellen rund um die Geburt

Kostenbeteiligung, Geburtsmeldung und das Neugeborenen-Screening sind in der Schweiz einheitlich geregelt.

Externe Quellen, zuletzt geprüft am 15. September 2026. Sie dienen der Orientierung; verbindlich ist die Auskunft der zuständigen Stelle beziehungsweise Ihres Behandlungsteams.

Wichtig: Keine Diagnose und keine Bewertung des Verlaufs

Diese Seite dient der allgemeinen Verständlichkeit. arztbrief-verstehen.ch ersetzt keine Ärztin, keinen Arzt, keine Hebamme und keine medizinische Beratung. Es werden keine Diagnosen gestellt, keine Therapien empfohlen und keine Geburtsverläufe bewertet.

Bei neuen Beschwerden von Mutter oder Kind – etwa starke Schmerzen, Fieber, starke Blutung, ausgeprägte Schwäche oder Sorge um das Kind – wenden Sie sich bitte immer direkt an Ihre Hebamme, an medizinisches Fachpersonal oder im Notfall an die Nummer 144.

Häufige Fragen zum Geburtsbericht

Was ist ein Geburtsbericht?

Ein Geburtsbericht, auch Geburtsprotokoll genannt, hält den Verlauf der Geburt schriftlich fest. Er beschreibt die Schwangerschaft, den Geburtsverlauf, den Geburtsmodus sowie den Zustand von Mutter und Kind direkt danach. Ein Teil betrifft die Mutter, ein Teil das Neugeborene.

Was bedeutet der APGAR-Wert im Geburtsbericht?

Der APGAR-Wert beschreibt den Zustand des Neugeborenen kurz nach der Geburt, meist nach 1, 5 und 10 Minuten. Bewertet werden Atmung, Puls, Grundtonus, Aussehen und Reflexe mit je 0 bis 2 Punkten. Werte um 9 bis 10 sind üblich; niedrigere Werte am Anfang steigen oft rasch an.

Was heisst Nabelschnur-pH oder Nabelarterien-pH?

Der Nabelschnur-pH wird aus dem Nabelschnurblut gemessen und zeigt, wie gut das Kind während der Geburt mit Sauerstoff versorgt war. Werte über 7,20 gelten als unauffällig. Er ergänzt den APGAR-Wert und wird immer im Gesamtzusammenhang beurteilt.

Was bedeutet Sectio oder Spontangeburt im Bericht?

Der Geburtsmodus beschreibt, wie das Kind zur Welt kam. Spontangeburt heisst natürliche vaginale Geburt, Sectio bedeutet Kaiserschnitt, Vakuum oder Forceps stehen für eine unterstützte vaginale Geburt mit Saugglocke oder Zange. Der Bericht nennt meist auch den Grund.

Kann ich meinen Geburtsbericht erklären lassen?

Ja. Sie können den Geburtsbericht als PDF, Foto oder Scan hochladen und die Abkürzungen, Werte und den Verlauf verständlich erklären lassen. Persönliche Angaben können Sie vorher schwärzen. Die Erklärung ersetzt keine ärztliche oder hebammliche Beurteilung.

Kleines Begriffslexikon zum Geburtsbericht

Zum Nachschlagen die häufigsten Begriffe rund um einen Geburtsbericht – kurz und in Alltagssprache.

Steht einer dieser Begriffe in Ihrem Bericht, lohnt sich der Blick auf den ganzen Satz – und im Zweifel die Frage an Hebamme oder Ärztin.

Weitere verständliche Erklärseiten

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