Stand: Juli 2026
Unfallschein verstehen: die Kurzantwort
Der Unfallschein ist das Blatt, das Ihnen Ihr Arbeitgeber nach einem Unfall mitgibt und das Sie zum Arzt bringen. Dort wird darauf festgehalten, wie Sie behandelt werden und wie lange Sie nicht arbeiten können.
Sein eigentlicher Sinn: Er sorgt dafür, dass Ihre Behandlung über die Unfallversicherung läuft und nicht über die Krankenkasse. Er begleitet also Ihren Fall – er meldet den Unfall aber nicht. Das ist ein anderes Papier.
- Der Unfallschein begleitet Ihre Behandlung und wird beim Arzt geführt.
- Er ist nicht die Unfallmeldung – die heisst Schadenmeldung UVG (Formular 109).
- Den Kopf füllt der Arbeitgeber aus, die Behandlung trägt die Ärztin ein.
- Dank ihm zahlt die Unfallversicherung – ganz ohne Franchise und Selbstbehalt.
- Das wichtigste Feld ist die Arbeitsunfähigkeit, in Prozent und mit Zeitraum.
Auf den ersten Blick ist es nur ein unscheinbares Blatt mit ein paar Kästchen und einer Nummer. Trotzdem hat es eine klare Aufgabe. Es bringt Behandlung, Arbeitgeber und Versicherung an einen Tisch, damit im Hintergrund alles glattläuft – und Sie sich um Ihre Genesung kümmern können.
Was diese Seite tut, ist überschaubar: Sie erklärt Ihnen die Felder und Begriffe dieses Formulars in normaler Sprache. Was sie nicht tut, ist beraten – weder rechtlich noch versicherungstechnisch. Möchten Sie zuerst wissen, wie ärztliche Dokumente überhaupt aufgebaut sind, hilft Befund verstehen; einzelne Wörter nimmt sich medizinische Fachbegriffe einfach vor.
Was ist der Unfallschein überhaupt?
Der Unfallschein UVG ist ein Begleitpapier für Ihre ärztliche Behandlung nach einem Unfall. Die Grundlage bildet das Unfallversicherungsgesetz, kurz UVG. Der Arbeitgeber gibt Ihnen den Schein, Sie nehmen ihn zu jeder Konsultation mit, und die Praxis oder das Spital notiert darauf, wie Ihre Behandlung verläuft.
Warum das Ganze? Weil bei einem Unfall nicht die Krankenkasse zahlt, sondern die Unfallversicherung – bei Angestellten oft die SUVA. Der Schein sagt der Arztpraxis gewissermassen: Achtung, das war ein Unfall, die Rechnung geht an den Unfallversicherer. Und weil das so läuft, bleiben Ihnen Franchise und Selbstbehalt erspart.
Er hält den Behandlungsverlauf fest, belegt Ihre Arbeitsunfähigkeit und lenkt die Rechnung zur Unfallversicherung.
Er meldet den Unfall nicht und begründet für sich allein keinen Anspruch. Dafür braucht es die Schadenmeldung des Arbeitgebers.
Oft geht einem Unfall ein Spitalaufenthalt voraus oder folgt darauf. Der Austrittsbericht liefert dann viele Angaben zum Verlauf – wie Sie ihn lesen, zeigt Entlassungsbericht verstehen. Und bleibt nach dem Unfall etwas dauerhaft zurück, kommt später ein Gutachten dazu, erklärt unter Integritätsentschädigung und Gutachten verstehen.
Die Felder des Unfallscheins – Stück für Stück
Ein Unfallschein hat zwei Zonen. Oben stehen die Angaben zu Ihnen und zu Ihrer Arbeit, unten die ärztlichen Einträge. Diese Übersicht zeigt Ihnen, was in welches Feld gehört – und wer es ausfüllt, damit Sie nicht selbst raten müssen.
| Feld | Was hineingehört | Wer trägt es ein |
|---|---|---|
| Verletzte Person | Name, Geburtsdatum, AHV-Nummer, Adresse. | Arbeitgeber |
| Arbeitgeber | Firma und Kontaktangaben. | Arbeitgeber |
| Schadennummer | Das Aktenzeichen Ihres Falls beim Versicherer. | Arbeitgeber / Versicherer |
| Konsultationsdatum | Der Tag jeder ärztlichen Behandlung. | Ärztin / Arzt |
| Arbeitsunfähigkeit | Der Grad in Prozent, mit Zeitraum von–bis. | Ärztin / Arzt |
| Behandlungsende | Der Vermerk, wann die Behandlung abgeschlossen ist. | Ärztin / Arzt |
Das Feld, das Sie im Alltag am meisten betrifft, ist die Arbeitsunfähigkeit. Sie entscheidet, ob und wie lange Taggeld fliesst und wann eine Rückkehr an den Arbeitsplatz vorgesehen ist. Kryptische Kürzel, die sonst noch auftauchen, ordnet Ihnen medizinische Abkürzungen ein.
Ihr Unfallschein, Feld für Feld erklärt
Laden Sie den Schein hoch, und wir übersetzen Ihnen jedes Feld und jeden Fachbegriff in normale Worte. Ohne Urteil über Ihren Fall, ohne Registrierung.
Unfallschein jetzt erklären lassen – CHF 24.–Unfallschein, Schadenmeldung, Bagatellunfall – wer ist wer?
Drei Papiere tauchen nach einem Unfall auf, und weil sie alle mit „Unfall" zu tun haben, werden sie gern verwechselt. Dabei hat jedes eine eigene Aufgabe. Diese Übersicht sortiert sie.
| Papier | Aufgabe | Wer / Formular |
|---|---|---|
| Unfallschein | Begleitet die Behandlung, belegt die Arbeitsunfähigkeit. | Arbeitgeber gibt aus, Arzt füllt aus. |
| Schadenmeldung UVG | Meldet den Unfall beim Versicherer und eröffnet den Fall. | Arbeitgeber, Formular 109. |
| Bagatellunfall-Meldung | Die vereinfachte Meldung für kleine Unfälle. | Arbeitgeber, Formular 913. |
Der Unfallschein begleitet, die Schadenmeldung eröffnet. Ohne Schadenmeldung weiss der Versicherer gar nichts von Ihrem Unfall. Ohne Unfallschein fehlt der Praxis der Hinweis, an wen sie die Rechnung schicken soll. Beide gehören zusammen – dasselbe sind sie aber nicht.
Wenn jemand fragt „Hast du den Unfall gemeldet?", ist fast immer die Schadenmeldung gemeint – nicht der Unfallschein. Der Schein bleibt bei Ihnen und wandert mit Ihnen zu jedem Termin.
Der Weg, den Ihr Unfallschein nimmt
Vom Unfall bis zurück an die Arbeit macht der Schein ein paar feste Stationen durch. Wenn Sie die kennen, wissen Sie jederzeit, wo das Blatt gerade hingehört – und müssen sich darüber keine Gedanken machen.
Für Sie zählt eigentlich nur ein Punkt: Nehmen Sie den Schein zu jedem Termin mit. Fehlt er, kann die Praxis den Verlauf nicht lückenlos festhalten, und die Abrechnung mit der Unfallversicherung stockt. Ist die Behandlung abgeschlossen, geht der Schein zurück an den Versicherer – dann hat er seine Arbeit getan.
Wer über das UVG versichert ist
Nicht jeder Unfall läuft automatisch über die Unfallversicherung. Es kommt darauf an, um welche Art Unfall es geht und wie viel Sie arbeiten. Das UVG kennt dafür zwei Fälle – und dazwischen eine wichtige Grenze.
Ein Unfall bei der Arbeit oder auf dem Arbeitsweg. Dafür sind alle Angestellten versichert, egal wie hoch das Pensum ist.
Ein Unfall in der Freizeit. Versichert, wenn Sie beim selben Arbeitgeber mindestens 8 Stunden pro Woche arbeiten.
Dann sind Freizeitunfälle nicht über das UVG gedeckt, sondern über Ihre Krankenkasse.
Diese 8-Stunden-Grenze ist der klassische Stolperstein bei Teilzeit. Wer knapp darunter liegt, sollte den Unfallschutz für die Freizeit einmal prüfen. Das ist allerdings eine Frage an den Arbeitgeber oder die Krankenkasse – nicht eine Frage des Unfallscheins und nicht Sache dieser Seite.
Was die Unfallversicherung zahlt
Der Unfallschein hält genau die Angaben fest, aus denen sich am Ende die Leistungen ergeben. Zwei davon sind für Sie im Alltag am wichtigsten: die Heilbehandlung und das Taggeld.
Die Unfallversicherung übernimmt die nötige Behandlung ab dem ersten Tag – ohne Franchise und ohne Selbstbehalt.
Bei Arbeitsunfähigkeit ab dem dritten Tag nach dem Unfalltag, und zwar 80 Prozent Ihres versicherten Lohns (Stand Juli 2026).
Wie hoch Ihr Taggeld ausfällt, hängt direkt von der Arbeitsunfähigkeit auf dem Schein ab. Sind Sie zu 50 Prozent arbeitsunfähig, gibt es das halbe Taggeld. Ändert die Ärztin diesen Grad, ändert sich auch die Zahlung. Und falls der Unfall Sie länger begleitet oder Monate später erneut Probleme macht, greifen die Regeln zu Rückfall und Spätfolge UVG.
Die Arbeitsunfähigkeit: das Herzstück des Scheins
Auf dem Unfallschein steht die Arbeitsunfähigkeit als Prozentzahl mit einem Zeitraum. Sie sagt, wie stark Sie Ihre gewohnte Arbeit gerade nicht ausüben können. Wichtig: Das ist kein Urteil über Sie als Person, sondern eine ärztliche Momentaufnahme, die sich mit Ihrem Zustand mitbewegt.
- „100 % vom 3.–14." heisst: in diesen zwei Wochen voll arbeitsunfähig.
- „50 % ab 15." heisst: schrittweise zurück, halbe Leistung.
- Der Grad darf bei jedem Termin neu festgelegt werden.
- Der Prozentwert misst nicht, wie schwer die Verletzung ist.
- Er sagt nichts über einen bleibenden Schaden aus.
- Er ist kein Urteil über Ihre Belastbarkeit im Allgemeinen.
Ein bleibender Schaden wird getrennt beurteilt, meist in einem eigenen Gutachten. Wie sich so ein ärztlicher Bericht lesen lässt, zeigt Ihnen Arztbrief übersetzen. Und geht es um eine dauerhafte Einbusse beim Arbeiten, ist das ein Thema für den IV-Bericht verstehen.
Die wichtigsten Begriffe – in normale Worte übersetzt
Auf dem Schein und in den Begleitbriefen tauchen ein paar feste Ausdrücke auf, die schnell für Verunsicherung sorgen. Hier sind sie, ohne Umschweife.
Das Begleitblatt für Ihre Behandlung, geführt beim Arzt.
Die Unfallmeldung des Arbeitgebers an den Versicherer, Formular 109.
Die vereinfachte Meldung für kleine Unfälle, Formular 913.
Das Aktenzeichen, unter dem Ihr Fall beim Versicherer läuft.
Der ärztlich bescheinigte Grad, in Prozent und mit Zeitraum.
Ein Unfall bei der Arbeit oder auf dem Arbeitsweg.
Ein Unfall in der Freizeit, versichert ab 8 Stunden Wochenarbeit.
Der Lohnersatz bei Arbeitsunfähigkeit, 80 Prozent ab dem dritten Tag.
Wenn Sie beim eigenen Dokument über einen Begriff stolpern, lohnt der zweite Blick. Den ganzen Text ordnet Ihnen Diagnose verstehen ein.
Ein Beispiel: der Schein im echten Alltag
Am anschaulichsten wird das an einem Fall, den man durchspielen kann. Der Name ist frei erfunden und dient nur der Veranschaulichung.
Am Unfalltag: Der Arbeitgeber füllt die Schadenmeldung aus und gibt Sandra den Unfallschein mit. In der Notfallaufnahme kommt der erste Eintrag: „100 Prozent arbeitsunfähig vom 3. bis 20."
Im Verlauf: Bei der Kontrolle nach zwei Wochen setzt der Arzt den Grad auf 50 Prozent herab. Ab dem 21. arbeitet Sandra wieder halbtags. Die Unfallversicherung zahlt für die erste Phase das volle, danach das halbe Taggeld.
Dass sich so ein Fall über mehrere Papiere zieht, ist ganz normal. Wäre bei Sandra dauerhaft etwas an Beweglichkeit zurückgeblieben, käme später ein Gutachten dazu, das den bleibenden Schaden bewertet.
Was viele über den Unfallschein glauben – und was stimmt
Rund um den Unfallschein halten sich ein paar Missverständnisse. Hier die häufigsten, kurz geradegerückt – es geht dabei um die Bedeutung der Angaben, nicht um Ansprüche in Ihrem konkreten Fall.
Fällt Ihnen beim eigenen Schein eine Angabe auf, die sich nicht einordnen lässt, hilft meist schon ein zweiter Blick auf das Feld und den Zeitraum daneben.
Wobei diese Seite hilft – und wobei nicht
Diese Seite macht die Felder und Begriffe eines Unfallscheins verständlich – Arbeitsunfähigkeit, Schadennummer, Schadenmeldung, Taggeld –, damit Sie das Blatt sicher lesen. Das ist ihr Auftrag.
Was sie bewusst nicht tut: Sie prüft keinen Anspruch und gibt keine rechtliche oder versicherungstechnische Beratung. Fragen wie „Ist mein Fall richtig eingestuft?" oder „Welche Leistung steht mir zu?" gehören zur Unfallversicherung, zum Arbeitgeber oder zu einer Fachberatung. Und gesundheitliche Fragen beantwortet am besten Ihre behandelnde Ärztin.
Ihr Unfallschein, in verständlichen Worten
Laden Sie den Schein hoch, und wir erklären Ihnen jedes Feld. Ohne Urteil über Ihren Fall, ohne Registrierung.
Unfallschein jetzt erklären lassen – CHF 24.–So läuft es bei uns ab
Der Weg vom rätselhaften Formular zur klaren Erklärung ist kurz – drei Schritte, mehr nicht.
Unfallschein oder Begleitbrief als PDF, JPG, JPEG oder PNG hochladen – bis 20 MB, ohne Registrierung.
Wir übersetzen jedes Feld und jeden Fachbegriff in normale Sprache und ordnen es ein.
Sie bekommen die Auswertung als PDF und Word-Datei, mit einem 7 Tage gültigen Zugangslink.
Den ganzen Ablauf mit allen Details finden Sie auf der Seite Ablauf. Fragen zur Abwicklung beantwortet die FAQ-Seite, und wenn Sie lieber persönlich schreiben, steht das Kontaktformular bereit.
Transparenz & Vertrauen
Für wen diese Seite gedacht ist
Für Arbeitnehmende und Verunfallte, die einen Unfallschein oder ein anderes UVG-Papier in der Hand halten und einfach verstehen möchten, was drinsteht.
Was wir erklären
Die Bedeutung der Felder – Arbeitsunfähigkeit, Schadennummer, Schadenmeldung, Taggeld – und wie der Schein im Ablauf funktioniert, in normaler Alltagssprache. Grundlage sind das UVG und die gängigen Formulare 109 und 913.
Was wir bewusst nicht anbieten
Keine Prüfung eines Anspruchs, keine Einstufung eines Falls und keine rechtliche oder versicherungstechnische Beratung. Unsere Erklärung ersetzt weder das Gespräch mit der Unfallversicherung noch eine Fachberatung. Für Fragen zu Leistungen sind der Versicherer oder der Arbeitgeber da, für gesundheitliche Fragen Ihre behandelnde Ärztin.
Häufige Fragen zum Unfallschein
Was ist ein Unfallschein?
Der Unfallschein UVG ist ein Formular, das der Arbeitgeber der verunfallten Person aushändigt. Sie bringt ihn zur Ärztin oder zum Arzt. Dort werden Behandlung, Konsultationen und der Grad der Arbeitsunfähigkeit eingetragen. Der Schein sorgt dafür, dass die Behandlung mit dem Unfallversicherer und nicht mit der Krankenkasse abgerechnet wird.
Was ist der Unterschied zur Schadenmeldung?
Der Unfallschein begleitet die Behandlung und wird beim Arzt geführt. Die Schadenmeldung UVG, das Formular 109, meldet den Unfall dem Versicherer und wird vom Arbeitgeber ausgefüllt. Für kleine Unfälle gibt es zusätzlich die Bagatellunfall-Meldung, das Formular 913. Es sind verschiedene Dokumente mit verschiedenen Aufgaben.
Wer füllt den Unfallschein aus?
Den Kopf mit den Personendaten und der Schadennummer trägt der Arbeitgeber ein. Die medizinischen Angaben, also Konsultationsdaten, Behandlung und Arbeitsunfähigkeit, hält die behandelnde Ärztin oder der Arzt fest. Die verunfallte Person bringt den Schein zu jedem Termin mit.
Wer ist über das UVG versichert?
Alle Arbeitnehmenden sind für Berufsunfälle versichert. Für Nichtberufsunfälle besteht der Schutz, wenn die wöchentliche Arbeitszeit beim selben Arbeitgeber mindestens 8 Stunden beträgt. Liegt sie darunter, sind Freizeitunfälle über die Krankenkasse gedeckt.
Ab wann gibt es Taggeld nach einem Unfall?
Das Unfalltaggeld wird ab dem dritten Tag nach dem Unfalltag ausbezahlt und beträgt 80 Prozent des versicherten Verdienstes (Stand Juli 2026). Die Heilbehandlung übernimmt der Unfallversicherer bereits ab dem ersten Tag, ohne Franchise und ohne Selbstbehalt.
Kann ich meinen Unfallschein hier erklären lassen?
Ja. Sie können den Unfallschein oder ein anderes UVG-Dokument als PDF, JPG, JPEG oder PNG hochladen und erhalten die Felder und Fachbegriffe in verständlicher Alltagssprache erklärt – für CHF 24.– einmalig, ohne Registrierung. Eine rechtliche oder versicherungstechnische Beratung ist damit nicht verbunden.
Unfallschein verstehen – jedes Feld in verständlichen Worten
Sie halten einen Unfallschein mit Kästchen, Prozentwerten und einer Schadennummer in der Hand und sind sich nicht sicher, was hineingehört? arztbrief-verstehen.ch übersetzt jedes Feld in verständliche Alltagssprache – abgestimmt auf Ihr konkretes Dokument, ohne Urteil über Ihren Fall.
