Patientendossier · Krankenakte · Gesamtübersicht

Patientendossier übersetzen: Jedes Dokument verständlich erklärt

Ihr Patientendossier enthält Arztbriefe, Laborwerte, Entlassungsberichte oder Röntgenbefunde – jedes Dokument in dichter Fachsprache. Wir übersetzen die Dokumente aus Ihrem Dossier in klare Alltagssprache, damit Sie verstehen, was tatsächlich darin steht.

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Illustration eines Patientendossiers mit medizinischen Dokumenten

Warum die Dokumente im Patientendossier so schwer verständlich sind

Ein Patientendossier – auch Krankenakte genannt – wächst mit jeder Behandlung: ein Arztbrief hier, ein Laborbericht dort, dazu ein Röntgenbefund und irgendwann ein Entlassungsbericht nach einem Spitalaufenthalt. Jedes dieser Dokumente ist in medizinischer Fachsprache verfasst – geschrieben für Fachpersonen, nicht für Sie als Patientin oder Patient.

Abkürzungen, lateinische Begriffe und knappe Formulierungen machen es schwer, den eigenen Gesundheitszustand nachzuvollziehen. Genau hier setzen wir an: Sie laden das Dokument aus Ihrem Dossier hoch, das Sie verstehen möchten, und erhalten eine individuelle, verständliche Erklärung in klarer Alltagssprache. Ob Arztbrief, Laborbericht, MRT-Befund oder Austrittsbericht – jedes Dokument wird Punkt für Punkt erklärt, mit den wichtigen Stellen hervorgehoben und passenden Fragen für Ihr nächstes Arztgespräch.

Typisch im Dossier

Fachbegriffe, Abkürzungen, lateinische Formulierungen und knappe ärztliche Einschätzungen.

Typisch bei Patientinnen und Patienten

Unsicherheit, was die Dokumente konkret bedeuten und welche Punkte wichtig sind.

Was gehört alles zu einem Patientendossier?

DokumenttypTypischer Inhalt
ArztbriefeZusammenfassung von Diagnose, Anamnese und Behandlung
LaborwerteBlutbild, Organwerte, Entzündungsparameter im Zeitverlauf
Bildgebende BefundeRöntgen-, MRT-, CT- oder Ultraschallberichte
EntlassungsberichteZusammenfassung eines Spitalaufenthalts
OP-BerichteAblauf und Ergebnis operativer Eingriffe
Fachärztliche BerichteEinschätzungen einzelner Spezialgebiete

Ihr Recht auf das eigene Dossier: Einsicht und Kopien

Viele Patientinnen und Patienten wissen nicht, dass ihnen das eigene Dossier rechtlich zusteht: In der Schweiz haben Sie ein Einsichtsrecht in Ihre Patientendokumentation und können Kopien verlangen – bei der Hausarztpraxis, beim Spezialisten und beim Spital. Das umfasst Arztbriefe, Befunde, Laborresultate und Operationsberichte. Die Herausgabe darf nicht mit dem Argument verweigert werden, die Unterlagen seien "nur für Fachpersonen bestimmt".

Praktisch läuft das so: Sie stellen eine kurze schriftliche Anfrage an die behandelnde Institution und erhalten die Unterlagen als Kopie oder zunehmend digital. Erst wer die eigenen Dokumente besitzt, kann sie auch übersetzen lassen – dieses Einsichtsrecht ist also der erste Schritt zu einem verständlichen Dossier. Eine passende, sachliche Formulierung für die Anfrage finden Sie bei briefhilfe.ch.

Die Dokumenttypen im Dossier und ihre typischen Hürden

Arztbriefe: die Königsdisziplin der Fachsprache

Der Arztbrief fasst Diagnosen, Krankengeschichte und Behandlungsempfehlungen zusammen – gerichtet an die weiterbehandelnde Fachperson. Seine dichteste Stelle ist meist die Diagnoseliste am Anfang: wenige Zeilen, in denen jede Zeile eine eigene Erkrankung in Fachterminologie samt Abkürzungen beschreibt. Wer diese Liste versteht, hat den Kern des gesamten Briefs erfasst.

Laborberichte: Zahlen ohne Einordnung

Laborwerte kommen als Tabellen mit Messwert, Einheit und Referenzbereich – oft mit Pfeilen oder Sternchen bei Abweichungen. Die Hürde liegt hier weniger in Fremdwörtern als in der fehlenden Einordnung: Welcher markierte Wert ist bedeutsam, welcher eine harmlose Schwankung? Grundlagen dazu erklären unsere Seiten Laborwerte verstehen und Blutwerte verstehen.

Bildgebende Befunde: Radiologie-Deutsch

Röntgen-, MRT- und CT-Berichte folgen einem festen Aufbau aus Fragestellung, Technik, Befund und Beurteilung. Die entscheidende Aussage steht fast immer in der Beurteilung am Ende – der Rest ist systematische Beschreibung. Details erläutern MRT-Befund verstehen und Radiologiebericht einfach erklärt.

Austrittsberichte: das Spital in Kurzform

Der Entlassungsbericht (in der Schweiz oft Austrittsbericht genannt) komprimiert einen ganzen Spitalaufenthalt: Eintrittsgrund, Verlauf, Eingriffe, Medikamente bei Austritt und Empfehlungen. Besonders wichtig für den Alltag ist die Medikamentenliste am Ende – hier stehen Änderungen gegenüber Ihrer bisherigen Medikation, die leicht übersehen werden.

Das elektronische Patientendossier (EPD) in der Schweiz

Seit einigen Jahren können Patientinnen und Patienten in der Schweiz ein elektronisches Patientendossier (EPD) eröffnen, in dem behandelnde Institutionen Dokumente ablegen können. Das EPD sammelt die Originaldokumente – es übersetzt sie jedoch nicht.

Wer Zugriff auf sein EPD hat und ein dort abgelegtes Dokument wirklich verstehen möchte, kann es bei uns hochladen und erhält eine individuelle, verständliche Erklärung – unabhängig vom EPD selbst. Neben Arztbriefen und Befunden können dort auch der Impfausweis, ein Medikationsplan oder Physiotherapie-Berichte abgelegt sein. Die Eröffnung eines EPD ist freiwillig und erfolgt über zertifizierte Anbieter; einmal eröffnet, bestimmen Sie selbst, welche Gesundheitsfachpersonen auf welche Dokumente zugreifen dürfen – ein Zugriffsprotokoll zeigt Ihnen zudem, wer wann welche Unterlagen eingesehen hat.

Diagnoseliste entschlüsseln: So lesen Sie den wichtigsten Teil des Dossiers

Fast jedes Dokument im Dossier beginnt mit einer Diagnoseliste – und genau dort sammeln sich die meisten Verständnishürden. Eine typische Zeile lautet etwa: "Arterielle Hypertonie, ED 2019, aktuell gut eingestellt unter Dreifachtherapie." Übersetzt: Bluthochdruck, erstmals 2019 festgestellt ("ED" = Erstdiagnose), derzeit mit drei Medikamenten gut unter Kontrolle. Jede Zeile der Liste folgt diesem Muster: Erkrankung, Zeitangabe, aktueller Stand.

Häufige Kürzel in Diagnoselisten sind schnell gelernt: "ED" für Erstdiagnose, "St. n." oder "Z. n." für Zustand nach (ein abgeschlossenes Ereignis), "V. a." für Verdacht auf (noch nicht bestätigt), "DD" für Differenzialdiagnose (alternative Erklärungsmöglichkeiten) und "a. e." für am ehesten. Der Unterschied zwischen "V. a." und einer bestätigten Diagnose ist dabei entscheidend – ein Verdacht ist keine Feststellung. Eine umfangreiche Sammlung finden Sie auf unserer Seite Medizinische Abkürzungen.

KürzelBedeutungBeispiel
EDErstdiagnose (Jahr der ersten Feststellung)Diabetes mellitus Typ 2, ED 2021
St. n. / Z. n.Zustand nach – abgeschlossenes EreignisSt. n. Appendektomie 2015
V. a.Verdacht auf – noch nicht bestätigtV. a. Schlafapnoe-Syndrom
DDDifferenzialdiagnose – mögliche AlternativeDD muskuläre Verspannung
a. e.Am ehesten – wahrscheinlichste Erklärunga. e. viraler Infekt

Ein Beispiel: So liest sich ein Satz vorher und nachher

Original aus einem Entlassungsbericht: "St. n. laparoskopischer Cholezystektomie bei symptomatischer Cholezystolithiasis, komplikationsloser postoperativer Verlauf."

Übersetzt: "Die Gallenblase wurde wegen Gallensteinen, die Beschwerden verursacht haben, in einer Schlüsselloch-Operation entfernt. Die Heilung nach der Operation verlief ohne Probleme." Genauso funktioniert es mit einem Laborbefund, einem histologischen Befund oder einem OP-Bericht aus Ihrem Dossier.

Typische Missverständnisse bei Dossier-Dokumenten

FormulierungHäufiges MissverständnisTatsächliche Bedeutung
"Anamnestisch bekannt"Vom Arzt festgestelltBeruht auf Ihren eigenen Angaben im Gespräch, nicht auf einer Untersuchung
"Compliance gut"Unklarer FachbegriffSie halten sich zuverlässig an die vereinbarte Behandlung – eine positive Notiz
"Unauffälliger Status"Es wurde nichts gemachtDie körperliche Untersuchung ergab keine krankhaften Befunde
"Prozedere: Verlaufskontrolle in 6 Monaten"Etwas Bedrohliches wird beobachtetStandard-Nachkontrolle; engmaschige Kontrollen hätten kürzere Abstände
"Multimorbid"SchwerstkrankEs bestehen mehrere Erkrankungen gleichzeitig – sagt nichts über deren Schwere

Gerade der Unterschied zwischen "anamnestisch" (von Ihnen berichtet) und "klinisch" (vom Arzt festgestellt) verändert die Aussagekraft eines Satzes komplett – und wird beim schnellen Lesen fast immer übersehen. Weitere Begriffe dieser Art erklärt unsere Seite Medizinische Fachbegriffe einfach erklärt.

Wann lohnt sich die Übersetzung welches Dokuments?

Nicht jedes Dokument im Dossier ist gleich dringend. Als Faustregel hat sich bewährt: Übersetzen lassen Sie zuerst das Dokument, das eine anstehende Entscheidung betrifft – etwa den aktuellen Befund vor einem Therapieentscheid oder den Austrittsbericht direkt nach dem Spitalaufenthalt, solange die Empfehlungen noch umsetzbar sind. Ältere Dokumente werden dann relevant, wenn ein neuer Bericht auf sie verweist ("bekannter Vorbefund") oder wenn Sie Ihre Krankengeschichte für eine neue Ärztin zusammenstellen möchten.

Auch fremdsprachige Dokumente im Dossier – etwa Berichte aus einem Auslandaufenthalt – lassen sich einordnen; einen Einstieg bietet unsere Seite Arztbrief übersetzen. Und wenn ein Dokument nach dem Lesen mehr Fragen aufwirft als beantwortet, hilft Hilfe bei der Diagnose weiter.

Ein zweites Beispiel: Laborkommentar übersetzt

Auch die Kommentarzeilen unter Labortabellen sind klassische Übersetzungskandidaten. Original: "Leichtgradige normochrome, normozytäre Anämie, a. e. im Rahmen des Infekts, Verlaufskontrolle empfohlen." Übersetzt: "Die Zahl der roten Blutkörperchen ist leicht vermindert; Grösse und Farbstoffgehalt der einzelnen Blutkörperchen sind dabei normal. Die wahrscheinlichste Erklärung ist der aktuelle Infekt. Der Wert soll bei Gelegenheit nachkontrolliert werden."

Der übersetzte Satz nimmt der Formulierung nichts an Genauigkeit – aber er verhindert, dass das Wort "Anämie" allein stehen bleibt und beim abendlichen Nachschlagen unnötig beunruhigt. Genau diese Einordnung im Zusammenhang ist der Unterschied zwischen einer Wort-für-Wort-Suche im Internet und einer Übersetzung Ihres konkreten Dokuments.

Häufige Fachbegriffe rund um das Patientendossier

FachbegriffBedeutung in Alltagssprache
AnamneseVorgeschichte und bisheriger Krankheitsverlauf
EpikriseAbschliessende ärztliche Zusammenfassung
VerlaufskontrolleErneute Untersuchung zur Beobachtung einer Entwicklung
VorbefundErgebnis einer früheren Untersuchung zum Vergleich
InterdisziplinärFachübergreifend, mehrere Fachrichtungen betreffend
ProgredientFortschreitend, sich im Verlauf verändernd
RegredientRückläufig, sich im Verlauf bessernd
KontrollintervallEmpfohlener Abstand bis zur nächsten Kontrolle

Laborwerte im Dossier: den Verlauf im Blick behalten

Laborberichte sind die Dokumente, die sich im Dossier am schnellsten ansammeln – bei chronischen Erkrankungen kommen mehrmals jährlich neue Werte hinzu. Ihre Besonderheit: Der einzelne Bericht ist oft weniger aussagekräftig als der Verlauf. Ein Wert knapp über dem Referenzbereich kann eine harmlose Momentaufnahme sein; derselbe Wert, der über drei Berichte hinweg kontinuierlich steigt, erzählt eine andere Geschichte. Deshalb notieren viele Ärzte in ihren Briefen Formulierungen wie "im Verlauf stabil" oder "gegenüber Vorwert regredient".

Beim Übersetzen eines Laborberichts erklären wir die Abkürzungen (etwa CRP, GFR, HbA1c), ordnen die markierten Abweichungen sprachlich ein und übersetzen die Laborkommentare am Ende des Berichts – dort verstecken sich oft die wichtigsten Hinweise. Was die einzelnen Blutwerte grundsätzlich bedeuten, erklären unsere Seiten Blutbild verstehen und Blutbild-Abkürzungen im Detail.

Das Dossier im Gespräch: Vorbereitung auf Sprechstunde und Zweitmeinung

Ein verstandenes Dossier verändert die Rolle im Sprechzimmer. Statt zuzuhören und zu nicken, können Sie gezielt nachfragen: Warum wurde diese Diagnose gestellt? Worauf bezieht sich die Empfehlung am Ende des Berichts? Welche der aufgeführten Medikamente sind neu? Ärztinnen und Ärzte erleben solche Fragen in aller Regel als hilfreich – sie zeigen, dass die Behandlung mitgetragen wird, und decken Missverständnisse auf, bevor sie Folgen haben.

Besonders wertvoll ist das verstandene Dossier vor einer Zweitmeinung: Die zweite Fachperson kennt Ihre Geschichte nicht und ist auf die Dokumente angewiesen. Wer die eigenen Unterlagen versteht, kann die relevanten Berichte auswählen, die Kernaussagen in eigenen Worten zusammenfassen und die eigentliche Frage präzise stellen – das spart Konsultationszeit und führt zu besseren Antworten. Unsere Erklärungen enthalten deshalb immer auch passende Rückfragen für Ihr nächstes Arztgespräch, abgestimmt auf Ihr konkretes Dokument.

Dossier bei Versicherungsfragen: wenn Dritte mitlesen

Dokumente aus dem Patientendossier landen regelmässig bei Dritten: Krankentaggeldversicherungen fordern Arztberichte an, Lebensversicherer stellen Gesundheitsfragen, und nach Unfällen wertet die Unfallversicherung die Behandlungsberichte aus. In all diesen Situationen gilt: Was in Ihren Dokumenten steht, sollten Sie kennen, bevor es andere lesen – nicht um etwas zu verbergen, sondern um bei Rückfragen präzise und konsistent antworten zu können.

Speziell für Berichte an die Unfallversicherung mit ihren eigenen Begriffen wie Integritätsschaden oder Fallabschluss haben wir eine eigene Seite: SUVA-Arztbericht verstehen. Geht es um die Klauseln des Versicherungsvertrags selbst, hilft vertrag-verstehen.ch weiter.

So wählen Sie das richtige Dokument aus Ihrem Dossier

SchrittWarum er hilft
Das Dokument wählen, das Fragen aufwirftMeist der aktuellste Arztbrief oder Befund
Auf Vollständigkeit achtenAlle Seiten des Dokuments hochladen, damit nichts fehlt
Persönliche Daten wo möglich schwärzenErhöht Ihre Anonymität
Offene Fragen im Upload-Formular notierenHilft, die Erklärung auf Ihr Anliegen auszurichten

So funktioniert die Übersetzung

1

Hochladen

Sie laden das gewünschte Dokument aus Ihrem Dossier hoch – nur eine E-Mail-Adresse wird benötigt.

2

Übersetzung

Fachbegriffe, Abkürzungen und wichtige Punkte werden in klare Alltagssprache übertragen.

3

Ergebnis

Sie erhalten Ihre individuelle, verständliche Erklärung per E-Mail.

Für wen sich dieser Service eignet

Bei chronischen Erkrankungen

Wenn Berichte verschiedener Fachärzte Fragen aufwerfen.

Vor einem Facharztwechsel

Damit Sie Ihre eigene Behandlungsgeschichte klar wiedergeben können.

Für Angehörige & Betreuende

Wenn Sie die Behandlungsgeschichte eines Elternteils begleiten.

Grenzgängerinnen & Grenzgänger

Wenn Dokumente aus zwei Gesundheitssystemen vorliegen und Begriffe abweichen.

Bericht der Physiotherapie und weitere Verlaufsdokumente

Neben den ärztlichen Kernberichten enthalten viele Dossiers Verlaufsdokumente aus Physiotherapie, Ergotherapie oder Rehabilitationskliniken. Diese Berichte beschreiben Fortschritte in eigenen Massen – etwa Gelenkwinkel in Grad ("Flexion 110°"), Kraftgrade auf einer Skala von 0 bis 5 oder standardisierte Tests mit Punktwerten. Für die weiterbehandelnden Ärzte sind diese Zahlen aussagekräftig; für Betroffene bleibt oft unklar, ob "Kraftgrad 4" nun gut oder besorgniserregend ist (zur Einordnung: 5 ist die normale Kraft, 4 bedeutet Bewegung gegen leichten Widerstand möglich – meist ein ordentliches Zwischenergebnis).

Auch solche Verlaufsberichte können Sie übersetzen lassen. Gerade nach Operationen ergibt die Kombination Sinn: OP-Bericht, Austrittsbericht und Physiotherapie-Verlauf erzählen zusammen die Geschichte Ihrer Genesung – jedes Dokument aus einer anderen Perspektive und in einer anderen Fachsprache.

Vom Papierstapel zum geordneten Dossier: eine praktische Systematik

Wer seine Unterlagen erstmals sichtet, steht oft vor einem ungeordneten Stapel aus Jahren. Eine einfache Systematik schafft Ordnung: Sortieren Sie zunächst chronologisch (das Untersuchungs- oder Austrittsdatum steht auf jedem Dokument oben), dann nach Dokumenttyp – Arztbriefe, Laborberichte, Bildgebung, Austrittsberichte, Medikationspläne. Das aktuellste Dokument jedes Typs kommt nach vorne, denn neue Berichte fassen ältere meist zusammen.

Diese Ordnung zahlt sich mehrfach aus: Sie finden das Dokument, das Sie übersetzen lassen möchten, ohne Suchen. Sie erkennen, welche Berichte aufeinander verweisen ("Vorbefund vom …"). Und beim Arztwechsel oder in der Notaufnahme können Sie die relevanten Unterlagen in Minuten griffbereit machen – ein Vorteil, der im Ernstfall Behandlungszeit spart. Digital genügt dafür übrigens ein einfacher Ordner mit Dateinamen nach dem Muster "Jahr-Monat_Dokumenttyp", etwa "2026-05_MRT-Knie".

Medikationsplan lesen: die unterschätzte Seite im Dossier

Kaum ein Blatt im Dossier hat so direkte Alltagsfolgen wie der Medikationsplan – und kaum eines ist so kompakt verschlüsselt. Ein Eintrag wie "Metformin 500 mg 1-0-1" bedeutet: morgens eine Tablette, mittags keine, abends eine. Das Schema "morgens-mittags-abends" (teils erweitert um "-nachts") ist Standard, wird aber nirgends auf dem Plan erklärt. Zusätze wie "p.o." (per os, also zum Einnehmen), "b. B." (bei Bedarf) oder "sistiert" (abgesetzt) entscheiden darüber, ob ein Medikament überhaupt noch genommen werden soll.

Besonders fehleranfällig ist der Moment nach einem Spitalaufenthalt: Der Austrittsbericht enthält die neue Medikamentenliste, die von der bisherigen abweichen kann – geänderte Dosierungen, ersetzte Präparate, neu angesetzte oder gestoppte Mittel. Wer beide Listen nebeneinanderlegt und die Unterschiede versteht, vermeidet Doppeleinnahmen und Lücken. Genau solche Vergleiche gehören zu den häufigsten Anliegen, die uns mit Austrittsberichten erreichen.

Kürzel auf dem PlanBedeutung
1-0-1Morgens 1, mittags 0, abends 1
p.o.Zum Einnehmen (über den Mund)
b. B. / i. R.Bei Bedarf / in Reserve
sistiert / StoppAbgesetzt – nicht mehr einnehmen
neuIm Spital neu angesetzt

Angehörige und Vorsorge: das Dossier anderer verstehen

Wer die Behandlung eines Elternteils oder Partners begleitet, wird schnell zur inoffiziellen Dossier-Verwalterin: Berichte kommen per Post, Medikamente ändern sich nach jedem Spitalaufenthalt, und in der Sprechstunde soll man auf dem aktuellen Stand sein. Verständliche Übersetzungen der zentralen Dokumente entlasten hier doppelt – Sie verstehen selbst, was medizinisch geschieht, und können es der betroffenen Person in Ruhe erklären, ohne im Beisein des Arztes alles auf einmal erfassen zu müssen.

Rechtlich gilt: Sie dürfen Dokumente übersetzen lassen, über die Sie verfügungsberechtigt sind – etwa mit Einverständnis der betroffenen Person oder als vertretungsberechtigte Angehörige. Beim Hochladen können Namen und Geburtsdaten geschwärzt werden; für die Übersetzung zählt allein der medizinische Inhalt.

Häufige Suchfragen rund ums Dossier – kurz beantwortet

"Was steht in meiner Krankenakte?" – Alles, was Ihre Behandelnden dokumentiert haben: Diagnosen, Verläufe, Befunde, Korrespondenz. Sie haben das Recht, es zu erfahren; unsere Seite Was steht in meinem Befund? zeigt, wie Sie sich einem einzelnen Dokument nähern.

"Darf ich meine Krankenakte selbst lesen?" – Ja. Das Einsichtsrecht gehört zu den Patientenrechten; Ausnahmen sind eng begrenzt.

"Wer darf mein Patientendossier einsehen?" – Grundsätzlich nur Sie und die von Ihnen berechtigten Behandelnden. Beim EPD steuern Sie die Zugriffsrechte selbst; Versicherungen erhalten Berichte nur auf Anfrage und im gesetzlich vorgesehenen Rahmen.

"Was bedeutet der Bericht für meine weitere Behandlung?" – Diese Frage kann nur Ihre Ärztin oder Ihr Arzt beantworten. Was wir leisten: dass Sie die sprachliche Grundlage dafür haben, diese Frage überhaupt präzise zu stellen.

Wichtig: Keine Diagnose und keine Therapieempfehlung

Wir übersetzen medizinische Fachsprache in Alltagssprache. Wir stellen keine Diagnosen, geben keine Therapieempfehlungen und ersetzen kein Gespräch mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin.

Bei Fragen zu Ihrer Behandlung wenden Sie sich bitte immer an die zuständige Fachperson. Details finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Häufige Fragen zum Patientendossier

Was kostet die Übersetzung?

CHF 24.– einmalig, ohne Abonnement und ohne versteckte Folgekosten – unabhängig vom Dokumenttyp aus Ihrem Dossier.

Kann ich mehrere Dokumente aus meinem Dossier einreichen?

Ja, zusammengehörige Dokumente können in einer Anfrage hochgeladen werden.

Wie lange dauert die Bearbeitung?

Sie erhalten Ihre Erklärung per E-Mail. Details zur Bearbeitungszeit finden Sie in unseren häufigen Fragen.

Was ist ein elektronisches Patientendossier (EPD)?

Eine Schweizer Plattform, auf der behandelnde Institutionen Ihre medizinischen Dokumente digital ablegen. Das EPD speichert die Originale, erklärt sie aber nicht – Dokumente daraus können Sie bei uns übersetzen lassen.

Ersetzt die Erklärung ein Gespräch mit meinem Arzt?

Nein, wir übersetzen bestehende Dokumente, geben aber keine medizinische Beratung.

Ist die Übertragung meiner Unterlagen sicher?

Ja. Ihre Dokumente werden vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Persönliche Angaben können Sie vor dem Hochladen schwärzen – für die Übersetzung sind sie nicht nötig. Details in unserer Datenschutzerklärung.

Muss ich das ganze Dossier einreichen?

Nein, Sie laden nur das Dokument hoch, das Sie verstehen möchten.

Werden auch ältere, eingescannte Dokumente berücksichtigt?

Ja, sofern der Text lesbar ist.

Erhalte ich auch Fragen für das Arztgespräch?

Ja, die Erklärung enthält passende Rückfragen und Hinweise für Ihr nächstes Arztgespräch.

Kann ich die Erklärung für Angehörige bestellen?

Ja, sofern Sie berechtigt sind, über das Dokument zu verfügen.

Was, wenn Fachbegriffe unklar formuliert sind?

Wir übersetzen so genau wie möglich und weisen bei Unklarheiten transparent darauf hin.

Wie reiche ich mein Dokument ein?

Über unseren Upload-Bereich – als PDF, JPG oder PNG.

Weitere Themen rund um medizinische Dokumente

Für Korrespondenz mit Versicherungen oder Behörden hilft briefhilfe.ch. Bei Versicherungsverträgen lohnt sich vertrag-verstehen.ch. Einen Überblick bietet dokumentenhilfe.ch.

Jetzt ein Dokument aus Ihrem Dossier übersetzen lassen

Laden Sie Ihren Arztbrief, Befund oder Laborbericht hoch und erhalten Sie eine individuelle, verständliche Erklärung in klarer Alltagssprache.

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