Kurz erklärt: Der Abklärungsbericht ist die Grundlage, auf der IV oder AHV über Ihre Hilflosenentschädigung entscheiden. Eine Fachperson der IV-Stelle besucht Sie zu Hause, beobachtet den Hilfebedarf und dokumentiert für jede der sechs alltäglichen Lebensverrichtungen, ob Sie regelmässig auf Dritthilfe oder Überwachung angewiesen sind. Daraus ergibt sich der Grad – leicht, mittel oder schwer. Diese Seite übersetzt die Fachsprache, ersetzt aber keine Rechts- oder Sozialversicherungsberatung.
Das Wichtigste in 30 Sekunden
- Hilflosenentschädigung: Leistung von IV oder AHV bei dauerndem Hilfebedarf.
- Sie hängt vom Grad der Hilflosigkeit ab, nicht vom Einkommen.
- Geprüft werden sechs alltägliche Lebensverrichtungen plus Überwachung.
- Der Bericht «an Ort und Stelle» entsteht bei Ihnen zu Hause.
- Stimmt etwas nicht, ist eine Stellungnahme vor der Verfügung möglich.
Was ist die Hilflosenentschädigung – und warum gibt es dazu einen Bericht?
Die Hilflosenentschädigung (kurz HE) ist eine Geldleistung der IV oder der AHV für Menschen, die für alltägliche Lebensverrichtungen dauernd auf die Hilfe Dritter oder auf persönliche Überwachung angewiesen sind. Sie soll die Mehrkosten decken, die entstehen, wenn jemand den Alltag nicht mehr allein bewältigen kann – unabhängig davon, ob diese Hilfe von Angehörigen, der Spitex oder in einem Pflegeheim geleistet wird. Rechtliche Grundlage sind Art. 42 IVG für die Invalidenversicherung und Art. 43bis AHVG für die AHV; der Begriff der Hilflosigkeit selbst steht in Art. 9 ATSG, die Bemessung in Art. 37 und 38 IVV.
Der entscheidende Punkt: Nicht die Diagnose löst die Leistung aus, sondern der tatsächliche, im Alltag beobachtbare Hilfebedarf. Deshalb reicht ein Arztzeugnis allein nicht aus – die IV-Stelle muss sehen, wie Ihr Alltag konkret aussieht. Dafür gibt es den Abklärungsbericht «an Ort und Stelle»: eine Fachperson kommt zu Ihnen nach Hause und hält fest, wo und wie viel Unterstützung nötig ist. Haben Sie parallel einen ärztlichen Bericht an die IV erhalten, hilft die Seite IV-Bericht verstehen beim medizinischen Teil.
Die HE ist bewusst unabhängig von Einkommen und Vermögen ausgestaltet: Wer die Voraussetzungen erfüllt, erhält sie – ob mit oder ohne IV-Rente. Sie ist zudem etwas anderes als die Pflegevergütung der Krankenkasse oder Beiträge an die Spitex. Für Ihren Bericht genügt fürs Erste: Die HE bemisst sich am Grad der Hilflosigkeit, und dieser Grad wird über die alltäglichen Lebensverrichtungen bestimmt.
Bei der Invalidenversicherung die IV-Stelle Ihres Wohnkantons, bei Menschen im AHV-Alter die zuständige Ausgleichskasse. Beide stützen sich auf denselben Abklärungsbericht.
Nicht um die Höhe Ihres Einkommens, sondern um die Frage, wie selbstständig Sie den Alltag bewältigen und wo Sie regelmässig auf Hilfe angewiesen sind.
Auch andere Sozialversicherungen arbeiten mit ähnlich klingenden Berichten: Wer von der SUVA einen Bericht erhält, findet Hilfe unter SUVA-Arztbericht verstehen; geht es um die Pensionskasse, erklärt Pensionskasse-Arztbericht verstehen die Besonderheiten. Für die HE bleibt aber der Abklärungsbericht der IV-Stelle massgebend.
Der Abklärungsbericht «an Ort und Stelle»: Ablauf und Aufbau
Wenn Sie eine Hilflosenentschädigung anmelden, prüft die IV-Stelle den Anspruch nicht nur am Schreibtisch. Meist kommt eine Fachperson für die Abklärung zu Ihnen nach Hause. Dieser Besuch «an Ort und Stelle» hat einen guten Grund: Erst im gewohnten Umfeld zeigt sich, wo der Alltag wirklich hakt. Die Fachperson beobachtet, stellt Fragen und dokumentiert alles in einem strukturierten Bericht.
Der Bericht folgt einem festen Aufbau, und wer diesen kennt, findet sich schneller zurecht. Zuerst stehen die Personalien und formale Angaben, danach eine kurze Darstellung der medizinischen Situation und der Diagnosen. Das Kernstück ist die Prüfung jeder einzelnen Lebensverrichtung: Für jede der sechs Funktionen beschreibt die Fachperson, ob und wie stark Sie auf Dritthilfe angewiesen sind. Am Ende stehen das Ergebnis mit dem vorgeschlagenen Grad der Hilflosigkeit und dem Zeitpunkt, ab dem die Hilflosigkeit besteht.
Wichtig zu wissen: Der Abklärungsbericht ist ein Vorschlag der Fachstelle, kein rechtskräftiger Entscheid. Die IV-Stelle oder Ausgleichskasse stützt sich stark darauf, trifft die Verfügung aber selbst. Vor dem Entscheid erhalten Sie meist Gelegenheit, sich zu äussern – darum lohnt es sich, den Bericht sorgfältig zu lesen und mit Ihrem Alltag abzugleichen. Tauchen im Diagnoseteil Fachbegriffe auf, hilft Diagnose verstehen; einzelne Befunde erklärt Befund verstehen und ganze Berichte Arztbrief übersetzen.
1. Personalien und Formales · 2. medizinische Situation und Diagnosen · 3. Prüfung jeder der sechs Lebensverrichtungen · 4. lebenspraktische Begleitung und Überwachung · 5. Ergebnis mit Grad und Beginn.
Die sechs alltäglichen Lebensverrichtungen
Das Herzstück jeder Abklärung sind die sechs alltäglichen Lebensverrichtungen. Für jede wird geprüft, ob Sie sie selbstständig ausführen können oder auf Hilfe angewiesen sind. Dazu kommen zwei ergänzende Kriterien: die lebenspraktische Begleitung und die dauernde persönliche Überwachung.
Was hinter jeder Verrichtung steht
| Lebensverrichtung | Was geprüft wird | Alltagsbeispiel |
|---|---|---|
| Ankleiden / Auskleiden | Kleider selbstständig an- und ausziehen | Wer Knöpfe und Reissverschlüsse nicht mehr greifen kann und täglich angezogen werden muss. |
| Aufstehen / Absitzen / Abliegen | Körperposition allein wechseln | Wer nur mit Halt oder mit Hebehilfe aus dem Bett oder vom Stuhl kommt. |
| Essen | Nahrung mundgerecht machen und essen | Wer die Speisen nicht selbst zerkleinern kann oder beim Essen geführt werden muss. |
| Körperpflege | Waschen, Kämmen, Zähne- und Rasurpflege | Wer sich ohne Hilfe nicht mehr duschen oder das Gesicht waschen kann. |
| Verrichtung der Notdurft | Toilettengang und Hygiene danach | Wer die Toilette nur mit Begleitung nutzen oder sich danach nicht selbst reinigen kann. |
| Fortbewegung / Kontaktaufnahme | Sich bewegen und mit anderen in Kontakt treten | Wer die Wohnung nicht allein verlassen oder ohne Hilfe keinen sozialen Kontakt aufnehmen kann. |
Zwei ergänzende Kriterien
Über die sechs Verrichtungen hinaus berücksichtigt der Bericht zwei weitere Punkte. Die lebenspraktische Begleitung meint Unterstützung, um selbstständig wohnen zu können, den Alltag zu strukturieren oder Kontakte zu pflegen – etwa bei psychischen Beeinträchtigungen. Die dauernde persönliche Überwachung greift, wenn jemand ohne ständige Aufsicht sich selbst oder andere gefährden würde. Beide können den Grad mitbestimmen, auch wenn die körperlichen Verrichtungen teils noch gelingen.
Leichte, mittlere und schwere Hilflosigkeit: die drei Grade
Die Hilflosenentschädigung kennt drei Stufen. Welcher Grad zutrifft, richtet sich danach, in wie vielen der sechs Lebensverrichtungen Sie regelmässig auf erhebliche Dritthilfe angewiesen sind und ob zusätzlich Überwachung oder Begleitung nötig ist. Grob gilt: Je mehr Bereiche betroffen sind, desto höher der Grad.
Man kann sich die Grade wie eine Skala vorstellen. Am unteren Ende steht die leichte Hilflosigkeit, bei der nur wenige Bereiche betroffen sind oder Überwachung und Begleitung im Vordergrund stehen. In der Mitte liegt die mittlere Hilflosigkeit mit deutlich mehr betroffenen Verrichtungen. Am oberen Ende steht die schwere Hilflosigkeit, bei der fast alles nur noch mit fremder Hilfe gelingt. Die genaue Zuordnung nimmt die IV-Stelle anhand des Berichts vor.
Die drei Grade im Überblick
| Grad | Kriterium (vereinfacht) | Was das im Alltag bedeutet |
|---|---|---|
| Leicht | Hilfe in wenigen Lebensverrichtungen oder dauernde Überwachung bzw. lebenspraktische Begleitung nötig | Vieles gelingt allein, aber in einzelnen Bereichen oder für die Alltagsorganisation ist regelmässig Unterstützung nötig. |
| Mittel | Erhebliche Dritthilfe in mehreren Lebensverrichtungen, teils zusätzlich Überwachung | In deutlich mehr Alltagsbereichen geht es nicht mehr ohne fremde Hilfe; der Tag ist stärker auf Unterstützung angewiesen. |
| Schwer | Regelmässige, erhebliche Dritthilfe in fast allen Lebensverrichtungen, oft mit dauernder Überwachung | Nahezu jede alltägliche Verrichtung ist nur mit Unterstützung möglich; hoher, durchgehender Hilfebedarf. |
Die Formulierungen in der Tabelle sind bewusst vereinfacht; die genauen Voraussetzungen regeln Art. 37 IVV und die Praxis. Für Sie ist wichtig: Der Grad ergibt sich aus der Summe der betroffenen Bereiche, nicht aus einer einzelnen Diagnose. Deshalb lohnt es sich, den Abklärungsbericht Verrichtung für Verrichtung zu lesen.
«Erheblich» und «regelmässig» sind Schlüsselwörter. Nicht jede kleine Unterstützung zählt – gefragt ist, ob Sie regelmässig und in erheblichem Ausmass auf Dritthilfe angewiesen sind. Genau das prüft die Fachperson bei der Abklärung.
Den Bericht lesen und prüfen: Formulierungen entschlüsselt
Abklärungsberichte sind in einer nüchternen, standardisierten Sprache geschrieben. Viele Sätze klingen technisch, transportieren aber eine klare Aussage über Ihren Hilfebedarf. Beim Lesen geht es vor allem um eine Frage: Stimmt die beschriebene Situation mit Ihrem tatsächlichen Alltag überein? Prüfen Sie jede Lebensverrichtung einzeln und achten Sie auf die wiederkehrenden Schlüsselformulierungen.
«… in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen.»
Das bedeutet: Für diese Verrichtung reicht es nicht, dass ab und zu ein Handgriff hilft – gemeint ist eine spürbare, gewichtige Unterstützung, ohne die es nicht geht. «Erheblich» ist ein zentrales Kriterium für den Grad. Prüfen Sie, ob das Ausmass Ihrem Alltag entspricht.
«… regelmässig und in erheblichem Ausmass.»
Das bedeutet: Die Hilfe wird nicht nur gelegentlich, sondern verlässlich immer wieder gebraucht. «Regelmässig» grenzt den dauerhaften Bedarf von einer vorübergehenden Unterstützung ab. Steht diese Formulierung bei einer Verrichtung nicht, obwohl Sie täglich Hilfe brauchen, sollten Sie das ansprechen.
«… dauernde persönliche Überwachung erforderlich.»
Das bedeutet: Sie können nicht längere Zeit ohne Aufsicht bleiben, weil sonst eine Gefahr für Sie oder andere entstünde. Das ist ein eigenes Kriterium neben den körperlichen Verrichtungen und kann den Grad mitbestimmen – auch wenn Sie manches noch selbst können.
«Dritthilfe: teilweise / vollständig.»
Das bedeutet: «Dritthilfe» ist die Unterstützung durch eine andere Person – Angehörige, Spitex oder Pflegepersonal. «Teilweise» heisst, Sie führen die Verrichtung mit Hilfe selbst aus; «vollständig» heisst, sie wird für Sie übernommen. Diese Abstufung fliesst in die Beurteilung des Grades ein.
Beim Prüfen hilft ein einfacher Grundsatz: Gehen Sie den Bericht mit Ihrem Alltag als Massstab durch, nicht mit dem, was Sie an einem besonders guten Tag schaffen. Notieren Sie zu jeder Verrichtung, ob die Beschreibung passt oder zu positiv ausfällt. So erkennen Sie rasch, wo eine Rückmeldung sinnvoll ist. Enthält Ihr Dossier daneben eine Physiotherapie-Verordnung, hilft Physiotherapie-Verordnung verstehen.
Ansätze und Beträge: was der Grad bedeutet
Wie hoch die Hilflosenentschädigung ausfällt, hängt von mehreren Faktoren ab: vom Grad der Hilflosigkeit (leicht, mittel, schwer), von der Wohnform (zu Hause oder im Pflegeheim) und davon, ob die Leistung von der IV oder der AHV kommt. Bei der IV liegen die Ansätze für Menschen zu Hause höher als im Heim; bei der AHV gelten teils andere Regeln. Deshalb lässt sich kein einzelner Frankenbetrag nennen, der für alle stimmt.
Stand Juli 2026: Die konkreten Monatsbeträge werden periodisch angepasst und in den Verfügungen sowie den Merkblättern von IV und AHV ausgewiesen. Als grobe Orientierung gilt: Der Betrag steigt mit dem Grad – schwere Hilflosigkeit wird deutlich höher entschädigt als leichte. Verlässlich ist allein die Verfügung Ihrer IV-Stelle oder Ausgleichskasse; verlassen Sie sich nicht auf ältere Frankenangaben aus dem Internet, denn diese veralten.
Diese Seite nennt bewusst keine festen Frankenbeträge, weil die Ansätze angepasst werden und je nach Grad, Wohnform und IV oder AHV unterschiedlich sind. Die aktuell gültigen Zahlen finden Sie in den offiziellen Merkblättern von IV und AHV sowie in Ihrer persönlichen Verfügung.
Für das Verständnis Ihres Berichts ist die genaue Zahl ohnehin zweitrangig. Entscheidend ist zuerst der festgestellte Grad, denn er bestimmt die Höhe – die sorgfältige Prüfung der Lebensverrichtungen lohnt sich also mehr als das Nachrechnen einzelner Beträge.
Häufige Irrtümer rund um die Hilflosenentschädigung
Weil das Thema vielschichtig ist, kursieren einige hartnäckige Fehlannahmen. Die folgenden Punkte lösen die häufigsten davon auf.
«Wer viel Pflege braucht, bekommt automatisch eine Hilflosenentschädigung.» Nicht ganz. Ein hoher Pflegebedarf im Sinne der Krankenkasse ist nicht dasselbe wie Hilflosigkeit im Sinne der HE. Massgebend ist der Hilfebedarf bei den sechs Lebensverrichtungen und die Überwachung, nicht die Menge an Pflegeminuten. Beide Systeme überschneiden sich teils, folgen aber eigenen Kriterien.
«Ohne IV-Rente gibt es keine Hilflosenentschädigung.» Falsch. Die HE ist unabhängig von einer Rente und unabhängig von Einkommen und Vermögen. Auch wer keine IV-Rente bezieht oder weiterhin erwerbstätig ist, kann Anspruch haben, sofern der Hilfebedarf besteht.
«Ein Arztzeugnis reicht als Nachweis.» Nicht für die HE. Ärztliche Berichte fliessen ein, aber entscheidend ist der beobachtete Hilfebedarf im Alltag, den die Fachperson bei der Abklärung an Ort und Stelle feststellt. Ein Zeugnis allein bestimmt den Grad nicht.
«Der Bericht ist der endgültige Entscheid.» Nein. Der Abklärungsbericht ist die Grundlage, die Verfügung trifft die IV-Stelle oder Ausgleichskasse. Vorher können Sie Stellung nehmen, nachher ist eine Einsprache möglich. Wer den Bericht kennt, kann diese Möglichkeiten gezielt nutzen. Für ärztliche Berichte an die Versicherung lohnt zusätzlich der Blick auf Vertrauensarzt-Bericht verstehen.
Was tun, wenn der Bericht nicht stimmt?
Es kommt vor, dass ein Abklärungsbericht die Situation nicht richtig trifft – etwa weil der Besuch an einem guten Tag stattfand oder eine Verrichtung zu knapp beschrieben wurde. Das ist kein Grund zur Panik, aber ein Grund, aktiv zu werden. Der Bericht ist eine Grundlage, kein endgültiger Entscheid.
In der Regel erhalten Sie vor der Verfügung Gelegenheit zu einer Stellungnahme. Hier können Sie Punkte richtigstellen, ergänzen und mit konkreten Beispielen belegen, wo mehr Hilfe nötig ist, als der Bericht festhält. Je konkreter und alltagsnah Ihre Rückmeldung ist, desto besser lässt sie sich einordnen. Ergeht danach eine Verfügung, mit der Sie nicht einverstanden sind, ist innert dreissig Tagen eine Einsprache möglich – das regelt Art. 52 ATSG.
Diese Angaben zu Stellungnahme, Verfügung und Einsprache sind eine allgemeine Orientierung und keine Rechtsberatung. Für Ihren konkreten Fall wenden Sie sich an die IV-Stelle, die Ausgleichskasse oder eine unabhängige Fachstelle. Fristen sind verbindlich – klären Sie sie frühzeitig ab.
Der Unterschied der beiden Ebenen lohnt sich zu merken: Die Stellungnahme ist Ihre Rückmeldung, bevor entschieden wird; die Einsprache ist der formelle Rechtsbehelf nach der Verfügung. Beide profitieren davon, wenn Sie genau wissen, was im Bericht steht und wo es abweicht – dabei hilft eine verständliche Übersetzung, die rechtliche Vertretung übernimmt sie nicht.
Eine Person meldet sich bei der IV-Stelle an. Im Abklärungsbericht wird bei vier von sechs Lebensverrichtungen ein regelmässiger, erheblicher Hilfebedarf festgehalten: Ankleiden, Körperpflege, Notdurft und Fortbewegung. Aufstehen und Essen gelingen mit Hilfsmitteln noch selbstständig. Die Fachperson schlägt eine mittlere Hilflosigkeit vor, mit Beginn zwei Monate nach dem dokumentierten Ereignis.
Beim Durchlesen fällt der Person auf, dass die nächtliche Unterstützung beim Toilettengang nicht erwähnt ist. In der Stellungnahme ergänzt sie dieses Beispiel konkret. Der Fall zeigt: Schon ein präzise beschriebener Alltagspunkt kann für die richtige Einordnung des Grades wichtig sein – ganz ohne Zahlenstreit, allein über die genaue Schilderung der Lebensverrichtungen.
Für die Abklärung und das Gespräch vorbereiten
Der Besuch der Fachperson zu Hause ist entscheidend – und Sie können sich vorbereiten. Es geht nicht darum, Ihre Situation zu dramatisieren, sondern sie realistisch und vollständig zu schildern. Viele Menschen reissen sich zusammen und wirken selbstständiger, als der Alltag es zulässt. Das kann dazu führen, dass der Bericht den Hilfebedarf unterschätzt.
Hilfreich ist, sich vorab für jede der sechs Lebensverrichtungen zu überlegen, wo im Alltag konkret Hilfe nötig ist und wie oft. Denken Sie an einen gewöhnlichen Tag mit allen wiederkehrenden Handgriffen – auch an nächtliche Unterstützung, die leicht vergessen geht. Wenn möglich, kann eine vertraute Person beim Besuch dabei sein und ergänzen. Die folgenden Fragen helfen, das Gespräch zu strukturieren.
Den Grad festzulegen und rechtliche Schritte einzuschätzen, ist Aufgabe der IV-Stelle, der Ausgleichskasse und – bei Bedarf – einer Fachstelle. Ihre Aufgabe ist es, Ihren Alltag ehrlich und vollständig zu schildern. Eine verständliche Erklärung des Berichts hilft Ihnen dabei, dieses Gespräch gut vorbereitet zu führen.
Ihr Abklärungsbericht wirft Fragen auf?
Laden Sie Ihren Abklärungsbericht hoch und lassen Sie jede geprüfte Lebensverrichtung, den vorgeschlagenen Grad und die typischen Formulierungen in verständlicher Alltagssprache erklären – abgestimmt auf Ihr konkretes Dokument, ohne Rechtsberatung.
Warum Ihren Abklärungsbericht hier erklären lassen?
Sie laden Ihren Bericht hoch und erhalten eine Erklärung, die sich an Ihrem konkreten Text orientiert – nicht an allgemeinen Merkblättern. Jeder geprüfte Punkt wird verständlich übersetzt.
So läuft es ab
Abklärungsbericht als PDF, JPG, JPEG oder PNG bis 20 MB.
Ihr Bericht wird Verrichtung für Verrichtung aufbereitet.
Grade, Verrichtungen und Formulierungen übersetzt.
Zugangslink, 7 Tage gültig.
Transparenz: Für wen diese Seite ist – und wo ihre Grenzen liegen
Für wen geeignet?
Für alle, die einen Abklärungsbericht der IV-Stelle oder Ausgleichskasse zur Hilflosenentschädigung erhalten haben und die Formulierungen, Grade und geprüften Lebensverrichtungen verstehen möchten – vor der Stellungnahme oder dem nächsten Gespräch.
Was erklärt wird
Die Bedeutung der sechs Lebensverrichtungen, der drei Grade und der typischen Formulierungen Ihres Dokuments in Alltagssprache. Als Grundlage dienen die gesetzlichen Bezugspunkte (Art. 42 IVG, Art. 43bis AHVG, Art. 9 ATSG, Art. 37/38 IVV) sowie die offiziellen Merkblätter von IV und AHV.
Was bewusst nicht angeboten wird
Keine Rechts- oder Sozialversicherungsberatung, keine Vertretung gegenüber der IV, keine Prüfung von Anspruch, Grad, Fristen oder Frankenbeträgen im Einzelfall. Diese Fragen gehören zur IV-Stelle, zur Ausgleichskasse oder zu einer Fachstelle. Verantwortlich für den Inhalt: Betreiber gemäss Impressum. Zuletzt aktualisiert: Juli 2026.
Wichtig: Keine Rechtsberatung, keine Vertretung
arztbrief-verstehen.ch erklärt die Sprache Ihres Abklärungsberichts verständlich und hilft Ihnen, das Dokument besser zu lesen. Der Service ersetzt keine Rechts- oder Sozialversicherungsberatung, keine Diagnose und keine Vertretung gegenüber der IV oder AHV. Angaben zu Stellungnahme, Verfügung und Einsprache sind allgemeine Orientierung nach Art. 52 ATSG, kein rechtlicher Rat für Ihren Fall.
Für die verbindliche Beurteilung von Anspruch, Grad, Beträgen und Fristen wenden Sie sich an Ihre IV-Stelle, die Ausgleichskasse oder eine unabhängige Fachstelle. Diese Seite hilft Ihnen, dieses Gespräch gut vorbereitet und informiert zu führen.
Häufige Fragen: Abklärungsbericht und Hilflosenentschädigung
Was ist die Hilflosenentschädigung?
Die Hilflosenentschädigung ist eine Geldleistung von IV oder AHV für Menschen, die für alltägliche Lebensverrichtungen dauernd auf die Hilfe Dritter oder auf persönliche Überwachung angewiesen sind. Sie hängt vom Grad der Hilflosigkeit ab, nicht vom Einkommen oder Vermögen. Grundlage sind Art. 42 IVG und Art. 43bis AHVG.
Was ist ein Abklärungsbericht an Ort und Stelle?
Eine Fachperson der IV-Stelle besucht Sie zu Hause, beobachtet den Hilfebedarf und dokumentiert für jede der sechs Lebensverrichtungen, ob und wie viel Dritthilfe nötig ist. Dieser Bericht ist die zentrale Grundlage für den Entscheid über Grad und Beginn der Hilflosenentschädigung.
Welche sechs Lebensverrichtungen werden geprüft?
Geprüft werden Ankleiden und Auskleiden, Aufstehen, Absitzen und Abliegen, Essen, Körperpflege, Verrichtung der Notdurft sowie Fortbewegung und Kontaktaufnahme. Zusätzlich beurteilt der Bericht die lebenspraktische Begleitung und die dauernde persönliche Überwachung. Der beobachtete Hilfebedarf zählt, nicht die Diagnose allein.
Was unterscheidet leichte, mittlere und schwere Hilflosigkeit?
Die drei Grade richten sich danach, in wie vielen der sechs Lebensverrichtungen Sie regelmässig auf erhebliche Dritthilfe angewiesen sind und ob zusätzlich Überwachung oder Begleitung nötig ist. Leichte Hilflosigkeit betrifft wenige Bereiche, schwere Hilflosigkeit fast alle. Der Abklärungsbericht ordnet Ihre Situation einem dieser Grade zu.
Was kann ich tun, wenn der Abklärungsbericht nicht stimmt?
Sie können vor der Verfügung eine Stellungnahme abgeben und Punkte richtigstellen, die Ihren Hilfebedarf falsch beschreiben. Gegen die spätere Verfügung ist innert dreissig Tagen eine Einsprache möglich (Art. 52 ATSG). Das ist eine informative Angabe, keine Rechtsberatung – wenden Sie sich an die IV-Stelle oder eine Fachstelle.
Ist die Hilflosenentschädigung vom Einkommen oder von der IV-Rente abhängig?
Nein. Die Hilflosenentschädigung wird unabhängig von Einkommen und Vermögen ausgerichtet und ist nicht an eine IV-Rente gekoppelt. Auch wer keine Rente bezieht oder erwerbstätig ist, kann Anspruch haben. Massgebend ist allein der im Abklärungsbericht festgestellte Hilfebedarf bei den alltäglichen Lebensverrichtungen.
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Abklärungsbericht verstehen – konkret, verständlich, individuell
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